Worte, die Realitäten schaffen…

Worte.
Worte, die uns tief treffen.
Zu tief.
Worte der Frauenärztin.

„Das wird vor allem auch durch häufig wechselnde Sexualpartner und frühe sexuelle Kontakte verursacht.“

Wumm.
Macht es immer wieder in unserem Kopf.
Wumm.
Knallen die Worte durch unseren Körper.
Worte, die wie Schläge gegen unsere Synapsen prallen.

Häufig wechselnde Sexualpartner…
… keinen haben wir uns je freiwillig ausgesucht.
Frühe sexuelle Kontakte…
… wir wünschten wir hätten sie nicht erfahren müssen.

Und dann kommt die Wut.
Wut auf all die, die das mit uns gemacht haben und die, die zugelassen haben, dass es passiert.
Wut, dass wir wegen diesen Typen nun auch noch krank sind und solche Angst deswegen haben.
Und nach der Wut kommt die Traurigkeit und die Verzweiflung.
Und das Gerüst, das mich überleben und funktionieren lies, das mir in schweren Zeiten so sehr geholfen hat, bricht endgültig in sich zusammen – das „Zweifelgerüst“.
Denn wenn „das“ von frühen sexuellen Kontakten und häufig wechselnden Sexualpartnern kommt, dann kann nicht mehr nichts passiert sein.
Dann kann ich nicht mehr hoffen, dass alles vielleicht nur Phantasie ist.
Denn ich weiß sicher, dass ich bislang noch nie freiwillig mit einem Mann geschlafen habe.
Und ich habe keine „häufig wechselnden Sexualpartner“.
Doch wenn ich noch nie mit einem Mann geschlafen hätte, dann könnte ich das jetzt nicht haben…
Dann werden die Bilder im Kopf zur Wahrheit.
Dann wird die Geschichte plötzlich real.
Meine Geschichte.
Unsere Geschichte.

4 Kommentare zu “Worte, die Realitäten schaffen…

  1. Wir fühlen mit euch. Welche Krankheit auch immer nun die Zweifel nimmt und euch so verstört zurück lässt. Wir fühlen mit euch und lassen euch ein Licht der Liebe und Hoffnung da, wenn ihr mögt…

  2. Fühle auch mit Euch. Hoffe das sich eure Geschichte mit diesem Wissen besser als mit den Dauerzweifeln die ich auch gut kenne bearbeiten lässt. Hier hat ähnliches dafür gesorgt lange Zeit noch mehr Vergangenheit zu spüren, in Überflutungen reinzugeraten, auch die Wut zu spüren.

    Hoffe das das Mehrwissen für euch aushaltbar bleibt, hier bei uns weiß niemand was besser ist.

    wenn es nicht ok ist bitte einfach den kommentar löschen, bin unsicher.

    • Hallo,
      Der Kommentar ist total ok!
      Danke für die Anteilnahme! 😊

      Die letzten Tage war alles wie im Nebel, durch den manchmal dumpf die Realität trat, ehe sie wieder darin versank. Mal sehen, wie es damit weiter geht…

      Liebe Grüße,
      die bunten Schmetterlinge 😊

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