„Gendern“ und Heilung

Gendern und Geschlechtsneutrale Sprache ist etwas, worauf wir in letzter Zeit immer häufiger treffen. Dort werden keine Unterschiede mehr zwischen männlich und weiblich gemacht. Die Geschlechter werden aufgelöst. Die Genderforschung geht davon aus, dass Unterschiede zwischen Mann und Frau rein kulturell konstruiert sind. Man bemüht sich, forscht und erfindet also eine neue Sprache und Umgangsformen, in der nur noch neutrale Begriffe enthalten sind. Mann und Frau werden gestrichen. Für uns geht das klar über ein normales Maß an gesunder Gleichberechtigung hinaus.
Wir finden die sogenannten Wissenschaften die sich nun darum ranken sogar krank und krankmachend und ein Zeichen dafür wie krank unsere Gesellschaft heutzutage ist, dass wir das zulassen.
An Stelle sich damit zu beschäftigen, wie es dazu kam, dass männliche und weibliche Werte heutzutage so verzerrt sind und wie wieder gesunde Rollenbilder und männliche und weibliche Werte in der Gesellschaft etabliert werden können, wird nun versucht das Problem mittels Wissenschaftswegschaustudien in Luft aufzulösen.
„Mann?“ „Frau?“ „Was ist das?
Gibt’s nicht mehr.
Na dann sind ja auch die ganzen Probleme mit der ewigen Dualität einfach weg.
Könnte man meinen….
Aber wie es eben so oft ist, lösen sich Probleme halt doch nicht einfach auf, nur weil man nicht mehr hinschaut oder sie wegredet…
Wenn es schwierig wird, hilft es manchmal undeutlich und verwaschen zu sein. Dann sieht man die Schwierigkeiten nämlich schlechter.

Ich bin eine Frau.
Und ich bin stolz darauf eine Frau zu sein!
„Frau sein“ gehört elementar zu meiner Identität. Zu dem, was mich und uns ausmacht.
Gott sei dank bin ich kein Neutrum!
Und ich werde mich auch nicht wegneutralisieren, weil das anderen Menschen nicht passt.
Weil sichtbar wird, wie verletzt meine Weiblichkeit ist und dass es Heilung bedürfe.
Weil sichtbar wird, wir verletzt weibliche Werte insgesamt auf dieser Welt sind.
Ich bin froh, dass es Männer gibt!
Dass ich echte Männlichkeit erleben darf.
Dass mir genau das Hilft meine Verletzungen zu heilen und mich mit mir auszusöhnen.
Dass auch Männer anfangen sich mit ihren Verletzungen auszusöhnen.
Dass auch die männlichen Werte und Rollenbilder heilen dürfen.
Ich finde es wunderbar, wenn diese beiden Pole von Mann und Frau gut zusammenwirken, weil es in dieser Welt nunmal einfach beides gibt und das so verdammt wichtig und gesund ist!
Auch Tag und Nacht sind sehr unterschiedlich, aber beide Zeiten bieten Vorteile, die lebensnotwendig sind und sich gegenseitig brauchen.

Wie soll ich heilen, wenn mir abgesprochen wird, dass ich als „Frau“ in meiner Weiblichkeit verletzt wurde, weil es „Frau sein“ ja eigentlich nicht gibt!?
Wie soll ich heilen, wenn ich nicht auch die männlichen Anteile in mir spüren darf!?
Wie soll ich Identität finden, wenn sie einfach gestrichen wird!?
Wie soll ich Neutralität spüren und wissen, wo ich wirklich neutral bin, wenn es keinen Gegenpol dazu gibt?
Mensch sein reicht nicht aus um zu heilen, weil „Mensch sein“ bestimmte Eigenschaften beinhaltet, die man benennen dürfen und können muss!

Wir haben in den letzten Jahrhunderten so viele Verletzungen sowohl der Weiblichkeit, als auch der Männlichkeit in der Gesellschaft durch Gewalt, Kriege und Religionen erfahren, die massive Auswirkungen auf den heutigen Alltag aller Menschen haben. Der Eiertanz um Worte wie „Mann“ und „Frau“ zeigt nur, wie viel Emotion und soziale Problematik diesbezüglich existieren, die einer Lösung bedürfen.
Wir müssen hinschauen, um das verändern zu können.
Den (kulturellen) Schmerz und die Ausbeutung anerkennen und betrauern.
Wir müssen Position beziehen.
Wir müssen uns entscheiden für unsere Werte.
Raus aus dem schwammigen „Ich habe zu nichts eine Meinung“ oder „Ich bin für alles offen“.
Verantwortung übernehmen!
Gleichberechtigung basiert darauf, dass ich eine Meinung oder Identität habe, die Gleichberechtigt neben anderen stehen kann.
Und manchmal kann es auch sehr sinnvoll sein etwas einfach als nicht gleichberechtigt anzusehen oder Abstufungen und Prioritäten zu setzen, sonst hätten ja auch Terror und Krieg ihre Berechtigung.
Das ist es nämlich oft, wo die Phobie Dinge frühzeitig klar zu benennen hinführt.

Wir müssen raus aus der kollektiven gesellschaftlichen Dissoziation und nicht eine neue Wissenschaft daraus machen, um sie zu rechtfertigen!

5 Kommentare zu “„Gendern“ und Heilung

  1. Hallo Sophie,

    ich glaube, dass das Thema Gender uns hilft. Denn es geht darum, dass Grenzen aufgelöst werden, die festschreiben, wie sich „ein richtiger Mann“ oder „eine richtige Frau“ zu verhalten haben. Weil es das nämlich gar nicht gibt. Und auch dein Frau-Sein ist dein eigenes und kein generelles. Darum geht es.

    Gender nimmt dir nicht dein Frau-Sein weg, sondern eröffnet dir Freiheiten. Dass nämlich deine „männlichen Anteile“ genau so zu dir gehören dürfen, wie deine weiblichen. Weil „die Frau“ oder „der Mann“ Konstrukte sind.

    Ich finde es schade, dass du gegen Gender argumentierst, obwohl alles was du schreibst, genau für diese Auffassung spricht.

    Denn auch ein Wandel der männlichen Rolle wäre nur durch Biologismen ja gar nicht möglich. 😉

    Also nicht so viel schimpfen, mehr lesen. 😉

    Hab einen schönen Tag!

    • Hallo Anna,
      ich seh‘ das anders und da ärgert mich mehr lesen eher, als das es mich von meiner Meinung abbringt.
      Es ärgert mich, dass wir schon so entartet in dieser Gesellschaft leben, dass so ein Fach überhaupt notwendig wird.
      Grenzen löst man nicht dadurch auf, indem man sie wegdiskutiert. Grenzen löst man, indem man sich bewusst macht, wo sie bestehen und dann damit umgeht. Und Grenzen können so hilfreich und so gut sein!
      Mein Frau-Sein ist das, wie ich meine Weiblichkeit lebe. Das stimmt. Das belibt ja sowieso jedem selbst überlassen. Nichts desto trotz finde ich, dass weibliche wie männliche Vorbilder fehlen, die helfen sich zu orientieren, natürlich in aller Freiheit.
      Wenn ich an Universitäten höre, dass ich mir jetzt besser eine neutrale Anrede zulegen muss, weil „Herr“ oder „Frau“ Soundso zu sehr klassifizieren oder ausgrenzen, dann empfinde ich das als Diskriminierung und als nicht Anerkennung meiner Identität. Ich bin nämlich nunmal eine Frau.
      Du hast Recht, vernünftige Rollenvorbilder haben wir seit Jahrhunderten nicht mehr. Das ist in der Tat ein Problem!
      Das eine ist Toleranz gegenüber den persönlichen Lebensentwürfen und Selbstbildern von Menschen, das andere ist Unterschiede durch so etwas wie Gendern beseitigen zu wollen. Toleranz wiederum schafft man nicht durch Gendern. Unterschiede zwischen Mann und Frau bestehn nunmal und das ist gut so! Nicht umsonst weiß man Seit Jahren, dass Männer in der Traumatherapie andere Bedürfnisse haben, als Frauen und berücksichtigt dies und auch im alltäglichen Leben bestehen diese Unterschiede.
      Was meine männlichen Anteile betrifft, so ehre und achte ich sie ebenso sehr und bin froh, dass ich sie habe. Das kann ich aber auch nur, weil ich nicht alles „neutralisiere“.

      Liebe Grüße,
      Sofie

  2. dein beitrag berührt hier sehr. finde auch das sehr viel klimmzüge gemacht werden um diskriminierung zu vermeiden und das gegenteil zu erreichen. habe vor kurzem ein agg (allgemeines gleichbehandlungsgesetz) online training bei meinem arbeitgeber machen müssen und fast gekotzt dabei. das gegenteil wird gelebt. bei uns gibt es wohl große schwierigkeiten zu finden wo es vom geschlecht her steht, oder wie es überhaupt lebbar werden könnte, aber das ist unser persönliches problem. wenn ich es hier heranlasse das es kein geschlecht mehr gibt verwirrt es eher das es keine gernzen mehr geben soll. das ist wie augenzumachen. es gibt mann und frau, da hilft es wenig die augen zuzumachen und zu sagen das soll es nicht mehr geben weil es zu wertend ist. besser wird dabei für uns nichts.

    neutrum sein wäre hier persönlicher wunsch, liegt aber auch dicht mit nicht mehr sein wollen/können zusammen.

    l.g. sternenstaub

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