Auftakt ohne Puste

Das Jahr ist noch so jung und mir geht die Puste aus.
Ich bin reif für die Klinik. Halten können und wollen wir nicht mehr.
Wir lassen los und geben auf. Zum ersten Mal in unserem Leben auf diese Art und Weise. Mir ist egal, wie es weiter geht, ob das gut für meinen Job ist oder in meinem Lebenslauf schlecht kommt. Wir scheißen drauf, was die Nachbarn sagen und was von uns erwartet wird. Denn die Erinnerung zerstört uns, wenn sie weiter verdrängt werden muss. So geht‘s nicht mehr. Die Bilder der Qualen sind klarer denn je. Sie verdichten sich. Sind alt und in dieser Qualität doch neu.

Der Zustand ist an dieser Stelle positiver, als es auf den ersten Blick aussehen mag. Wir stehen zu uns. Sind uns nahe, auch wenn uns der Schmerz zerreißt.
Funktioniermensch ade – Heilung wir kommen.

Wir haben begonnen den Zusammenbruch zu regeln. Klingt irgendwie komisch. Ist aber so. Gut, ein bisschen Kontrollfreak ist wohl übrig geblieben… 😊 Wir schleppen uns vorwärts und lassen unser jetziges Leben Stück für Stück zurück, organisieren die Jobpause, telefonieren mit der Klinik wegen einem Therapieplatz und bekommen immer weniger geregelt. Wir sind längst nicht mehr in der Lage unsere Post zu öffnen. Unsere Leistungen im Job sind. rapide gesunken. Die letzten Termine bei der Arbeit haben wir einfach vergessen. Die Kraft ist weg. In mir brüllt die Verzweiflung und nur noch ein Wunsch: „Ruhe.“
Wir wollen gemeinsam begreifen wer und was wir sind. Nochmal neu. Von vorne. Den Bildern in unsü endlich zuhören. Mit ungeteilter Aufmerksamkeit.
Weil wir es uns wert sind…

20 Kommentare zu “Auftakt ohne Puste

  1. Sei mir nicht böse, dass ich den gefälltmirknopf gedrückt habe – es gefällt mir – es klingt nach einem wirklichen Neuanfang…Loslassen, alles Unnötige, Kraftraubende…loslassen….das klingt wunderbar….
    Und es tut mir leid, dass Du so leidest – Ich wünsch Dir gaaaanz viel Kraft und TrotzallemZuversicht!!!!!!!!!!

    • Oh, da brauchst du dir gar keine Gedanken machen! Benutze den „gefällt mir“-Knopf auch oft bei unschönen Themen, wenn mir das wie geschrieben wird gefällt oder ich ein Thema gut aufgegriffen finde, es mich bewegt… Insofern alles gut und Danke für die lieben Wünsche! 😊

  2. Ich drücke diir ganz fest die Daumen, dass alles schnell geregelt ist und Du Hilfe bekommst, die hilft.
    Und wünsche dir gute, starke Schritte weiter in die Heilung hinein.
    Und alles Liebe ❤

    Ja, es ist gut, es anzugehen – wenn es sich nun von alleine angeht.
    Luise

  3. Ja, es klingt nach einem guten Plan, die Reißleine zu ziehen, wenn es nicht mehr geht. Hast du denn eine bestimmte Klinik in Aussicht? Ich schließe mich den Melinas an, so ein Neustart kann du viel Gutes in such tragen…

  4. Liebe Sophie, ich denke fest an dich und die bunten Schmetterlinge und drücke die Daumen, dass ihr ohne lange Wartezeit einen guten Therapieplatz bekommt! Viel Kraft und Mut für den Neubeginn.

  5. Ich finde es immer wieder mutig, die Reißleine zu ziehen, wenn immerhin noch ein bisschen geht, wie Kliniken anrufen. Habe mich das nie getraut und der richtige Zusammenbruch kam auch bisher nicht, aber dennoch – was ihr da macht, ist der richtige Weg. Solange zu kämpfen bis nichts mehr geht hat noch niemandem genutzt.
    Ich wünsche euch alles Gute!

  6. Meine Erfahrung mit der Reißleine ist eine gute Erfahrung. Ich wünsche auch euch, dass es eine gute Zeit für euch wird. Mir tut es gut, eine Jobpause zu machen… Wie ihr es beschreibt: Sich nahe sein… und Ruhe. Ist Klinik grad die große Hoffnung? Und/oder seid ihr am neuen Ort auch schon wieder in guten ambulanten „Therapiehänden“? Schreibt schreibt schreibt… wir lesen euch gerne.

    • Das tut gut zu hören, dass du da positive Erfahrungen hast! Ein bisschen Angst habe ich trotz des starken Gefühls, dass es gar nicht anders geht dann doch.
      Ich glaube ich brauche den Raum von Klinik, um nochmal wirklich intensiv arbeiten zu können und auch nur auf mich/uns schauen zu können. In „Therapiehänden“ sind wir noch nicht, aber wir haben Kontakt zu einer guten Beratungsstelle.
      Danke für’s mitlesen! 🙂

  7. Liebe Sofie und die bunten Schmetterlinge,
    … „Der Zustand ist an dieser Stelle positiver, als es auf den ersten Blick aussehen mag. Wir stehen zu uns. Sind uns nahe, auch wenn uns der Schmerz zerreißt.
    Funktioniermensch ade – Heilung wir kommen.“ … Ja, auch ich sehe diesen Anteil. Wir wünschen euch alle Kraft, um alles in geordneten Bahnen zu halten und so auch nach einem Kinikaufenthalt nicht ins Chaos zurück zu kommen. Ein bisschen Kontrolle ist schon gut. Sonst schließe ich mich Luises Worten an. Besser kann ich es nicht ausdrücken. Ich wünsche euch die beste Hilfe, die ihr nun braucht.
    Herzliche Grüße
    „Benita“

  8. Auch wenn es in deiner schweren Situation wenig sensibel scheint, würde ich dir gern sagen, dass der funktionale Teil trotz seiner Fühllosigkeit und seiner „raumnehmenden“ Eigenschaft im Innen ein Recht verlässlicher Part ist, der auch Halt – oder besser äußere Hülle und Gerüst – in schweren Zeiten ist. Vielleicht nicht ganz über Bord damit, sondern ihn bitten, den anderen ein wenig mehr Raum zu geben. Dazu braucht er nicht so sehr den Fatalismus in einer, dir ansonsten ausweglos erscheinenden Situation, sondern eher Vertrauen, dass sein Gewährenlassen nicht zum Untergang führt. Denn das ist/war seine Aufgabe. Gib ihm ebenso Zeit, wie den Anderen. Er gehört genauso dazu und hat auch etwas zu geben. Gib acht auf Dich!

    • Vielen Dank!
      Ja, das ist wohl so. Im Grunde ist es einfach gerade ein Ringen darum, wer wie weit mitgehen kann. Gerade in den letzten Tagen, habe ich aber auch bemerkt, dass ich ohne den Teil, der die Funktionalität hochhält wirklich aufgeschmissen gewesen wäre, weil ich dann einfach in mir zusammenbrechen würde.

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