Katermorgen

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Eine kleine Miezekatze streckt mir ihr nasses Schnäuzchen in mein schlaftrunkenes Gesicht. Es kitzelt.
Ich versuche das zu ignorieren und weiter zu natzen. Meine Lippen schmunzeln. Die weiche Decke umhüllt uns warm. Vielleicht mag sich unser Fellknäul ja mit uns einkringeln?
Wenig später spüre ich erneut die Schnurrhaare über meine Nasenspitze gleiten und den kleinen Kopf gegen meine Wange drücken. Müde grummle ich ein bisschen. Ich will im Traummodus bleiben und nicht wach werden. Ein schnurrender Motor antwortet. Die Pfoten treteln auf meiner Brust. „Er zieht sich bestimmt nur die Bettdecke gerade“, hoffe ich. Bald sitzt der Kater ruhig. Wir Atmen im gleichen Rhytmus.
Stille.
Ich lasse mich gerade dem Schlaf entgegenfallen, als eine Pfote in meinem Gesicht aufschlägt. Ohne Krallen, aber doch so, dass ich der Realität schnell näher bin, als meinem ersehnten Traumland. Ein verwaschenes Motzen trifft auf die immunen und von Natur aus gut gedämmten Ohren des Raubtieres, das sich gerade trocken denkt: „Sehr gut! Schritt eins wäre vollbracht. Sie reagiert.“ Was Schritt zwei ist, hätte live beobachtet so ausgesehen:
Eine Katze klettert vom Bett und nimmt dann über den Schreibtisch neuen Anlauf. Mit einer Arschbombe landet sie anschließend in der Magengrube ihres Frauchens, das bis zu diesem Zeitpunkt die Augen geschlossen hatte. Nun schnellt es mit einem lauten „Urgs“ hoch. Noch bevor ihre Worte gegen das rasante Spiel in Fahrt kommen können, schmeißt ihr der Herr seinen Dickschädel ins Gesicht und umschmeichelt es mit robustem Einsatz.
Ein paar Huster, Schniefer und Räusperer später, haben wir sein Fell und die losen Katzenhaare wieder aus der Nase und müssen lachen.
„Frühstück!?“
„ Miau!“