Tätersprache!?

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Wir sitzen mit den beiden Tigern auf dem Balkon und genießen den Rest des Sommertages. Unsere Haare sind noch feucht vom Schwimmbad. Während wir unsere Bahnen gezogen und im kühlen Nass ein Stück Freiheit genossen haben, suchten wir nach Worten. Seit Tagen setzen wir immer wieder an einen Beitrag zu schreiben und verwerfen ihn dann wieder. Das kommt nicht etwa davon, dass uns die Ideen fehlen. Nein, es liegt daran, dass die Sprache die wir gerade haben, nah am Ghetto schrabbt und nicht mit Kraftausdrücken spart. Sie ist hart und prallt unangenehm auf die Trommelfelle. Mit ihrem Klang durchkreuzt sie die lockere Sonnenstimmung. Sie passt nicht zu den lachenden Momenten am Swimmingpool mit der Durchschnittsgesellschaft. Der Wortschatz ist schonungslos und beschreibt in Details immer wieder die Grauen von einst. Da ist nichts von Umschreibung oder Überbegriffen oder ausgewählten Begrifflichkeiten.
Ich haue das kleine spitze Küchenmesser in die Melone.

Aber weshalb ist das im Moment so?
Was wir immer wieder hören ist die Bezeichnung „Tätersprache“. Das greift als Erklärung zu kurz. Viele unserer Täter hätten sich sehr viel gewählter ausgedrückt, als wir es derzeit tun. Wahrscheinlich hätten wir für diese Wortwahl in der Vergangenheit sogar ordentlich eins auf die Nase bekommen. Viel entscheidender ist ein anderes Detail: Wenn wir uns auf diese Art und Weise hörbar machen, spüren wir uns sehr gut. Die Wortwahl kommt unserem Erleben nahe. Manche Täter mögen teile dieser Ausdrucksart vielleicht überdurchschnittlich oft benutzen, aber deswegen ist sie noch lange nicht „Tätersprache“. Sie gehört ihnen nicht. Sie ist freie Kommunikationsform und steht genauso den Opfern zu, um ihre Erfahrungen in Worte zu fassen. Wir wollen genau so reden dürfen ohne direkt den Vergleich mit Täterwortschatz herstellen zu müssen. Es ist unsere Sprachwahl, weil wir sie gerade für angemessen erachten.

Der phonetische Klang von Kraftausdrücken ist oft härter. „Fickt“ ist beispielsweise ein Wort, das in seiner Kürze viele harte Konsonanten enthält. Die Zunge unterbricht den Luftstrom prägnant. Für uns war es damals hart. Es ging nicht um Kuschelsex. Beim „Ficken“ ist der Mann automatisch aktiv. Er ist der ausführende Part und bekommt eine gewisse Machtposition zugeschrieben. Derartige Aspekte spielen für uns durchaus eine Rolle bei der intuitiven Wortwahl.

Natürlich könnte man jetzt wieder darüber streiten, dass es bei sexualisierter Gewalt ja nicht um Sex geht, sondern um Macht und es nicht „Ficken“ war, sondern Vergewaltigung. Stimmt. Das ruft einem so aber in der Regel in dem Milieu selten jemand zu. Die Situation, dass ein Mann zum anderen sagt „Ich will die kleine Fotze auch noch ficken“ ist da eher an der Tagesordnung. Das führt uns zu einem weiteren Aspekt, weshalb wir es manchmal brauchen, diese Sprache zu benutzen:

Was die Täter damals gesagt und getan haben, wollen wir auch ausdrücken dürfen, wenn uns danach ist und zwar genau so, wie es war. Das finden wir wichtig für unser Gefühl verstanden zu werden. Deswegen sprechen wir allerdings noch lange nicht „Tätersprache“, sondern bedienen uns schlicht der für uns treffendsten und naheliegendsten Beschreibung der Vergangenheit. Mag sein, dass sich der Wortschatz dann manchmal ähnelt. Dennoch ist das etwas anderes. Vielleicht kann man das mit den verschiedenen Ausdrucksweisen von Emotionen vergleichen. Aggression kann beispielsweise viele Gesichter haben. An sich ist sie ein gesunder Teil unserer Gefühlswelt, den wir alle besitzen und brauchen. Sie stellt nicht automatisch eine Gefahr dar. Das Motiv und die Umsetzung des einzelnen Menschen ist entscheidend.

21 Kommentare zu “Tätersprache!?

  1. Woher kommt der Begriff „Tätersprache“ denn eigentlich? Da scheint eine Bewertung mitzuschwingen, dass man in einer bestimmten Art nicht reden sollte, bzw. damit Altes wiederholt? Finde ich ätzend, weil für mich durchklingt, dass meine Wut (bzw. meine Form, sie ggf. auszudrücken) nicht okay oder zu viel ist. Wenn ich darüber nachdenke, wie manche Täter von früher mit mir und uns gesprochen haben, dann fallen mir vielleicht eine Handvoll (mädchenfeindliche) Schimpfwörter ein (gern im Eifer des Gefechts von Kunden benutzt), viele Sätze in Befehlsform und Drohungen, aber ähnlich viel Schleimscheißerei. Und Fremdsprachen.
    Ich verstehe gut, dass Dir (Euch) die Worte manchmal fehlen und dass die Worte, die gerade da sind, irgendwie nicht in einen sozialverträglichen Blogbeitrag zu passen scheinen. Ich möchte Euch aber ermutigen, Euch trotzdem so auszudrücken (im geschützten Rahmen), wenn es Euch hilft, die brutale, erniedrigende, knallharte, schockierende Gewalt genau so, wie sie war, aus Euch heraus zu bringen.

    • Ja, genau die Assoziation hätte ich auch: mit dem Begriff tätersprache suggeriert ein Therapeut, dass es sowas nicht weiter hören möchte. Er sorgt dann eher f sich als für den Patienten, denn der wird damit ja „sachte“ in seiner Wortwahl korrigiert. Lg

    • Hallo, 😊
      vielen lieben Dank für diese emphatische Rückmeldung!

      Ja, so wie du es beschreibst fühle ich es in dem Moment auch. Als negative Bewertung, wie ich meine Gefühle ausdrücke. Der Begriff „Tätersprache“ kommt vor allem von einer Person aus dem Helferkreis. Es scheint eher für sie ein Problem zu sein, als für mich. Irgendwie kann sie diese Worte nicht wirklich gut hören…

      Vielen Dank für dein Mut machen! Wir werden die Worte mit Sicherheit weiter verwenden, wenn wir es für richtig halten und uns danach ist. Manchmal geht der sprachliche Kuschelkurs für uns einfach nicht mehr.

      Liebe Grüße,
      Sofie ☀️

  2. Oh vielen Dank. Ich denke seit 2 Monaten auch über Sprache nach. Unterschiedliche Versionen von mir verwendeten unterschiedliche Sprache. Wie ist das in der Therapie? Bestehst du da drauf, jene Wörter zu verwenden, die für dich am besten passen? Lg s

    • Hallo, 😊
      also in der Regel benutze ich in der Therapie die Worte, die für mich am passendsten das Ausdrücken, was wir empfinden. Manchmal feile ich auch lange daran herum, bis sich eine Aussage wirklich stimmig anfühlt. Unserer Therapeutin schreiben wir in der Regel nicht vor, wie sie sich ausdrücken muss, solange wir uns im Rahmen einer normalen emphatischen Konversation befinden. Eher selten bitte ich darum, bestimmte Begriffe mit Bedacht zu wählen oder sie vorerst wegzulassen, wenn sie sehr triggern. Das ist aber eher die Ausnahme.

      Liebe Grüße zurück,
      Sofie

  3. Ich find das viel einfacher Dinge so auszusprechen. So hart und klar und knackig. Es ist für mich ein leichteres Vokabular als das „normale“. So kann ichs aussprechen. Anders eben nich. Ich find das voll in Ordnung. S.

    • Danke dir für deine Rückmeldung! 🙂

      Uns kostet es teilweise eher Überwindung das „harte“ Vokabular zu nutzen. Deshalb ist es bei uns meistens anders rum, dass wir eben eher umschreiben, als wirklich so derb darüber zu reden.

      Liebe Grüße und schöne Sonnenstunden! ☀️😎

      • Hier kann niemand die niedlichen Dinge aussprechen. Keiner kann die Wörter für die Anatomie von Frauen und Männern aussprechen.
        Ich schaffs wenigstens zu sagen, dass er mich gef*ckt hat. Anders gehts halt nicht. und dann besser so als gar nicht. Denk ich.
        Könnt ihr die Anatomier aussprechen?

      • Ui, das ist eine interessante Frage! Darüber haben wir so noch gar nicht länger nachgedacht. Wir machen das tatsächlich selten. Es würde uns auch sehr schwer fallen. Wenn es unbedingt sein müsste, könnte ich’s wahrscheinlich mittlerweile. Eher weiche ich allerdings auf Umschreibungen aus.

        Ich finde es völlig in Ordnung, wenn du das so ausdrückst. Wie man es sagt, muss ja im Endeffekt nur für einen selbst stimmen. Manchmal drücken wir das auch einfach so aus und das empfinden wir als stimmig.

        Liebe Grüße und einen herrlichen Sommertag,
        Sofie ☀️

  4. Liebe Sofie,
    wie schon vor ein paar Tagen angekündigt, habe ich über diesen Beitrag gründlich nachgedacht.
    Hier meine Antwort: Also ich habe ein ungutes Gefühl solch derbe Worte auszusprechen oder gar zu schreiben. Nun, kommt es darauf an – um welche derben Worte es dabei geht. Für mich gibt es da einen Unterschied. Die Erwähnung unflätiger, sex. abwertende Worte, die ich in der Tat für „Tätersprache“ halte lehne ich ab. Weil solche Worte nur von Menschen ohne Werte, ohne das Erkennen beziehungsweise Einhaltung von Achtung und Einfühlung gegenüber eines Menschen – ausgedrückt werden. Diese Worte auch nur zu wiederholen – in diesem Kontext der Berichterstattung was jemanden schlimmerweise geschehen ist – finde ich weder hilfreich, noch heilend. Schlimme Taten egal ob in Wort oder Schrift kann man auch aus einer Metaebene berichten und muss sie dafür nicht wiederholen und noch mehr zementieren.
    Wahrscheinlich gibt es im Netz sogar so abartige „Tiere“, die solche Suchwörter eingeben um sich daran aufzugeilen. Sowas möchte ich nicht auf meinem Blog haben.
    sex. Missbrauch ist eine Seelenverletzung von Menschen, die ihre Seele so unterdrückt haben, dass sie sie nicht mehr spüren können (und sicher gibt es Gründe dafür, dass sie solche Taten begehen können) – die Opfer aber schon – zumindest wenn sie heilen wollen,… können – werden diese Worte wieder in ihrem Gedächtnis auftauchen und erneut deren Abwertung spüren müssen. Wozu sie auch noch deutlich auszudrücken?
    Ich kann hier im Namen meiner Seele ausdrücken, was mit mir geschehen ist, wo ich tief verletzt wurde, aber dazu braucht es solche verletzenden Worte nicht. Meine Seele will sich so nicht ausdrücken. Jeder weiß doch aus Erfahrung (in Presse und diesem Milieu, was die Worte sind und was sie bedeuten – nämlich Missachtung des Wertes eines Menschen)
    Im Heilungskontext werden diese Wortverletzungen sicherlich wieder auftauchen, aber das nochmalige Aussprechen wird uns nicht heiler machen, denke ich.
    Übrigens wurden solche Worte /teilweise weiß ich dies von meiner älteren Schwester mir erzählt/ ich persönlich kann mich nur an das Wort Hure erinnern, alle anderen sind bei mir immer noch im Land des Vergessens begraben.
    Und Sofie, gerade Dein Blog macht mir soviel Freude und bringt mir soviel Erkenntnisse – weil dort so achtsam miteinander umgegangen wird!
    Alles Liebe für Euch – das war meine nachdenkliche Meinung.
    Melinas

    • Liebe Melinas,
      man merkt, dass euch der Text anscheinend wirklich sehr bewegt hat und ihr euch viele Gedanken gemacht habt. Vielen Dank euch für’s Teilen euerer Gedanken!

      Wir finden’s nicht schlimm, wenn jemand derartige Worte benutzt, um das eigene Erlebte auszudrücken. Uns reicht die Metaebene da bei weitem nicht. Die reine Benutzung der Begriffe, macht keinen Täter. Dafür ist der Kontext entscheidend. Wenn ich etwa als „Hure“ bezeichnet wurde, dann spreche ich auch aus, dass man mich so bezeichnet hat, wenn ich das möchte. Und ich sage auch dazu wie sehr mich das gedemütigt hat und wie es sich genau für mich anfühlt, wenn ich das Wort höre. Das sind Gefühle, die es ebenso Wert sind ausgedrückt zu werden, wie alle anderen und nicht vor Scham in mir stecken bleiben müssen. Deshalb „auch noch ausdrücken“. Eine Phobie vor den Worten hilft niemandem. Worte sind „nur“ Worte. Was weh tut, ist meist die Erfahrung dahinter und die Grausamkeit darf deutlich werden.

      Der ganze Missbrauch passiert auf einer gewissen „inneren Metaebene“. Für uns gehört es als Schritt aus der Dissoziation auch dazu, diese Worte wieder zuzulassen und sie nicht abzuspalten. Wir wollen sie in ihrer Bedeutung für uns verstehen und anders damit weiter leben. Dafür müssen wir sie auch ausdrücken dürfen und auch mal in einem Gespräch darüber reflektieren. Heilung funktioniert für uns nur so. Sie müssen genau so integriert werden, wie der Rest der Geschichte.

      Im Endeffekt ist es uns scheiß egal, weshalb Menschen zu Tätern werden. Sie sind es. Dafür gibt es keine Rechtfertigung und keinen Grund. Es liegt an ihnen so viel Arsch in der Hose zu haben ihre eigene Vergangenheit zu verarbeiten, sofern es eine gibt… Bei vielen Tätern bezweifle ich das.

      Wir haben nicht vor unsere Achtsamkeit und Empathie über Bord zu werfen und von nun an in wüster Sprachkultur alles niederzumetzeln. 😉Aber wir sind gerade Umschreibungen leid und werden sie deshalb hin und wieder auch einfach bleiben lassen. Das sind zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe.

      Liebe Grüße und einen schönen Sommertag! ☀️🦋😎

  5. total interessant… dieser Beitrag wäre vielleicht mal was für V. (eine von meinen Innens, die eigentlich ohne Luftholen Kraftausdrücke benutzt…. in jedem erdenklichen Satz)… für die ich mich sogar beim Lesen in unserem Kommunikationsheft schäme..(oder ähnliches)

    • Liebe Sofie,
      wahrscheinlich habe ich es nicht richtig rüber gebracht… Natürlich bin ich auch der Meinung, dass wenn solche „Täterworte“ im Kontext einer Therapie, oder eines Berichtes z.B. auftauchen, dass sie dann auch mitgeteilt werden dürfen – ja sogar sollen. Im Alltag finde ich sie ziemlich deplaziert oder wenn hier (anderer Leute) Innens ständig solchen „Jargon“ benutzen würden – würde es mich eher abschrecken diese Seite weiter zu lesen.

      Vielleicht reagiere ich da besonders sensibel darauf, weil ich jahrelang als Kind diese Worte abgespalten habe und sie nicht erinnern kann. Aber ehrlich gesagt, wozu sollte ich mich erinnern, ich weiß, dass sie gemein und entwürdigend waren, das reicht mir zu wissen. Und wenn ich anderen Menschen im Alltag begegnen würde, die sich so ausdrücken, dann würde ich einen großen Bogen um sie machen.

      Da bin ich aber nun erleichtert, dass Deine Sanftheit und Klugheit auf diesem so wichtigen Blog – nicht ständig von erniedrigenden Kraftausdrücken durchbrochen wird 😉
      Dir schöne, sonnige Tage mit ganz viel liebevollen Gedanken. Melinas

      • Liebe Melinas,
        es ist gut möglich, dass wir dann etwas aneinander vorbeigeschrieben haben. 😉

        Im Alltag spreche ich in der Regel auch nicht so mit meinen Mitmenschen. Die wären dann wohl auch in so mancher Situation ziemlich irritiert. 😀

        Ich muss zugeben, dass sich bei uns innen gerade beim schreiben Unmut regt. Das werde ich jetzt erst mal erforschen.

        Liebe Grüße,
        Sofie ☀️

    • Hallo Mi,
      Dein Kommentar hat bei mir grad ein Wiedererkennen ausgelöst….Ich habe ja auch Innens, die zu meinen Verteidigern gehören, die sich zwar nicht unflätig, oder mit Schimpfworten einmischen. Aber wenn die übernehmen sind die auch nicht gerade zimperlich….Aber sie sind eher sarkastisch und ironisch….und hinterher finde ich das auch nicht grade lustig.
      Aber Täterworte sind das sicher nicht – die ich/wir da weiter geben – meine Täter kannten das Wort „ironisch“ oder Sarkasmus gar nicht – die waren nicht so helle und ich erinnere mich, dass ich früher auch mit Freude sie immer mit „brunzdumm“ titulierte 😉 dieses Wort ist vielleicht ein Täterrelikt – wer weiß.

    • Danke dir für die liebe Rückmeldung! 😊

      Manchmal müssen auch diese Worte einfach raus. Dafür brauchst du dich nicht schämen!

      Ganz liebe Grüße und einen schönen Abend!
      Sofie und die bunten Schmetterlinge ☀️🦋🙂

  6. Huhu,

    ich finde den Ausdruck „Tätersprache“ deplatziert. Der eine tut’s. Der andere erleidet es. Das getane ist grausam, schmutzig, entwürdigend, verletzend… Die Sprache orientiert sich an der Tat. Ihr empfindet es so schrecklich wie die Worte es beschreiben können. Und um die ganze Härte rüberzubringen finde ich eine der Tat angemessene Ausdrucksweise richtig. Bei mir kommen deutliche Beschreibungen, nicht Umschreibungen, ganz anders an, da sie auch das Gefühl welches die damalige Situation beherrscht eher transportieren und somit in mein Herz treffen! Natürlich bin ich auch fassungslos wenn ich in Umschreibungen lese was euch geschehen ist, aber es schafft ein wenig mehr Distanz. Weiß nicht wie ich das ausdrücken soll. Das kann man wollen, was völlig okay ist. Aber wenn es bedeutet die drastische Wortwahl zu nutzen um sich selber mehr zu fühlen, vielleicht seinen Gefühlen einfach mehr Ausdruck verleihen zu können, dann kann es nur richtig sein!

    Ganz liebe Grüße!
    CePunkt

  7. Hallo ihr Lieben,
    wir wollten gerne an der Stelle nochmal klarstellen, dass wir kein Problem mit den Kommentaren der Melinas hatten, falls der „Unmut“ in unserem letzten Kommentar so angekommen sein sollte. Wir finden es toll, wenn hier unterschiedliche Meinungen ausgetauscht werden!

    Ich hab‘ beim Schreiben des letzten Kommentares einfach gemerkt, dass sich innen bei uns irgendetwas nicht mehr stimmig anfühlt, die Innenleute unruhig werden und es Konflikte gibt. Deshalb habe ich den Austausch für uns vorerst unterbrochen, um im Innen sortieren zu können. Das liegt aber nicht daran, dass die Melinas etwas Falsches geschrieben hätten oder etwas daran nicht ok war.

    Liebe Grüße,
    Sofie ☀️🦋🙂

  8. Also ich muss sagen, wenn man z.B. in der Therapie jedes Wort vorher prüfen und überlegen muss, wie es umschrieben werden kann, dann wäre das echt Zeit verschwenderisch und würde vielleicht nicht mal mehr das zum Ausdruck bringen, was man spontan gesagt hätte.
    Zum anderen gibt es bei uns verschiedene Innens, die unterschiedlich aus solche Krauftausdrücke reagieren und auch unterschiedliche Sprache gebrauchen.
    Es gibt welche die drüber empört sind und selbst hochgestochen reden. Es gibt welche, die bei so was ängstlich werden und selber nicht in der Lage sind solche Wörter zu sagen oder zu schreiben, ja nicht mal den anatomischen Begriff können sie aussprechen. Dann gibt es welche, dessen Sprach Jagon genau dem entspricht und die finden das cool. Und dann gibt es die Täterintrojekte, die gar nicht anders reden können…
    Nun ja, jede Therapeutin, die DIS kennt, sollte mit allen Varianten rechnen und umgehen können. Ja, jeder Helfer in diesem Bereich, sollte das, aber mir ist bewusst, dass auch sie nur Menschen sind, und wenn sie selbst „Erfahrungen“ gemacht haben, auch schon mal darauf nicht klar kommen.
    Nun, wenn ich rede, versuche ich mich schon gewählt auszudrücken. Doch manches, wie du schon schriebs Sofie, geht nicht anders. Wenn das Inni-Kind so und so genannt wurde, dann kann man es am besten ausdrücken, wenn man es genauso benennt. Und ebenso das sich gef*t fühlen, wie sollte man das denn umschreiben? Das bräuchte dann zig Sätze, statt einem Wort.
    Und ich kann leider weder kontrollieren (noch nicht?) wer vorne wie spricht oder schreibt, noch will ich jedes Wort auf die Gold Waage legen müssen, das erfordert viel zu viel Konzentration und Kraft. Was nicht heißt, dass ich es nicht selbst total doof finde, wenn mir mal ein unschönes Wort über die Lippen kommt.

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