Klinik – Die ersten Tage

Mittlerweile sind wir gut in der Klinik angekommen. Viel können wir noch gar nicht erzählen. Die Abläufe spielen sich erst langsam ein und die ersten therapeutischen Stunden laufen an. Trotzdem wollten wir ein kurzes Update hier lassen. 😊

Etwas nervös waren wir schon, als wir kurz nach 9 Uhr zum ersten Mal die Klinik betraten. „Wie wird das wohl sein?“, dachten wir bei uns und wippten nervös mit dem Fuß auf den Stühlen vor der Anmeldung. Wenn auch völlig unbegründet und maximal unwahrscheinlich, ploppte in uns die Angst auf nicht mehr raus zu dürfen. Kontrolle abzugeben ist gewiss nicht unsere Stärke. In gewissem Maße verlangt uns dieser Aufenthalt das aber ab. Das ist gut so, denn wir möchten uns ja fallen lassen und einfach mit dem Schmerz sein, um ihn zu bewältigen. In unsere Gedankenschleifen platzt die Stimme der Dame von der Anmeldung. Sie ist sehr freundlich, erklärt uns die ersten Schritte und sorgt dafür, dass wir vom Pflegepersonal unserer Station abgeholt werden. Der erste Eindruck ist mehr als positiv. Alle bemühen sich um uns. Schnell knüpfen wir Kontakte zu Mitpatientinnen. Im angenommen sein, macht sich eine andere Angst bemerkbar. Was, wenn sie uns hier nicht glauben? Absurd, erwidere ich in Gedanken. Doch seit wann sind Ängste auch Rational. Mit kühlem Wasser wische ich mir am Abend die Schminke aus dem Gesicht. Ab jetzt geht es hier ohne Masken weiter. 

Echte Schwierigkeiten bereiten mir im Moment noch die männlichen Patienten in der Einrichtung. Zwar bin ich im Therapieangebot bislang nicht an sie gebunden, aber im Speisesaal und auf den Fluren begegnet man sich dennoch. Hier sind mir einige Typen ungewollt näher, als ich das zu Hause im Alltag überhaupt zulassen würde, weil ich sie grundsätzlich meide. 

Morgen steht das erste Gespräch mit der behandelnden Psychotherapeutin an. Sie wird uns hier durch die Wochen begleiten. Wir sind gespannt. Bislang hatten wir es lediglich mit den  Ärzten und Therapeuten der Patientenaufnahme zu tun. Die waren zwar allesamt sehr nett, jedoch mal mehr und mal weniger DIS-erfahren. Die direkte Erkundigung, ob wir rituelle Gewalt erlebt haben, war von der Ärztin zwar grundsätzlich gut gemeint, kann aber schonmal auf‘s Herz gehen. Etwas komisch fanden wir auch ihre Aussage, dass jeder mal schlechte Tage habe und das normal sei, als wir die Frage nach Suizidgedanken mit ja beantworteten, aber verneinten, dass wir ernsthafte Pläne haben. Nicht die hellste Kerze auf der Torte…🙄 

Wie es weiter geht, werden wir hier sicher bei Gelegenheit berichten. Wir wünschen euch bis dahin allen eine gute Zeit! Passt gut auf euch auf und genießt die ersten Frühlingssonnenstrahlen! ☀️🦋

3 Kommentare zu “Klinik – Die ersten Tage

  1. Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr intensive und sehr empathische Therapeuten trefft und in der Klinik einen geschützten Ort findet, in dem ihr ein Stück heil werden könnt.

  2. Auch wir wünschen euch alles erdenklich gute für die Zeit in der Klinik.
    Liebe Mitpatienten und gute, einfühlsame und intelligente Therapeuten.
    Ich hoffe, das euch die Zeit auf eurem Weg weiterbringt.
    Wir freuen uns immer von euch zu lesen aber macht euch keinen Stress. Wir laufen nicht weg. ❤

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