Bei der Gundelrebe zu Gast

Ich sitze im Garten. Ein Teppich aus zarten lilablauen Blüten säumt mir den Weg. Mein Herz hüpft aufgeregt. Was sie heute wohl zu erzählen hat, die Gundel? Die Sonne scheint. Bis jetzt kam ich nicht zur Ruhe. Nun aber kann ich mir etwas Zeit nehmen und den Pflanzengeisterchen lauschen. Dieses Jahr berührt mich die Gundel besonders. Vielleicht liegt es daran, dass sie eine große Heilerin für die tiefen, eitrigen Wunden in uns ist – sowohl körperlich als auch seelisch. Ihre Tinktur löst sanft die alten Schmerzen und hilft Verletzungen von innen heraus abheilen zu lassen. Man sagt, in ihr wohnen die guten Hausgeister. Sie verbindet mit Himmel und Erde gleichermaßen und steht damit für Ausgewogenheit von männlichen und weiblichen Energien. Wann immer ich mich in sie hineinvertiefe, fühle ich mich wunderbar ganz, weil sie auf ihre ganz eigene Weise Harmonie vermittelt ohne irgendeine Facette ablehnen zu müssen. Ich komme ins schwärmen, wenn ich über meine Gundel nachsinne.

Die Kinder in mir melden sich. Sie haben Lust zu grillen. Aber grillen nur für uns alleine!? Zum ersten Mal in unserem Leben zünden wir die Holzkohle nur für uns an. Während wir dem hellen Klacken der Feuerstelle lauschen, macht sich Freude breit. Zwischen all den grauenvollen Bildern von einst höre ich Kinderlachen. Ich rutsche ein kleines Stück von der Kohleschale weg, ehe es im Rauch erstickt. „Hust.“ Wir machen uns gemeinsam Salat und bereiten den Rost vor. Wer hätte gedacht, dass aus der kurzen Gundelrebenauszeit ein Grillabend wird!? In Salaten macht sie sich übrigens auch gut. Ihr Geschmack ist frisch minzartig. 

Wir sind so dankbar für diesen Moment. Egal wie lange er dauern wird, es hat sich gelohnt. Vielleicht heißt bei Frau Gundel zu Gast zu sein, auch bei sich selbst eingeladen zu sein – zum Essen, zum spielen, zum experimentieren und im Kontakt mit den Welten in sich sein. Wir knabbern unsere Würstchen in der Hand, weil erwachsenen Vorgaben einfach mal egal sind. Die Füße lagern wir ganz legere nach oben. Die Katze schnurrt und freut sich über die fröhliche Zeit in der Natur. Die Gundelrebe lehrt uns das Herz nicht zu verschließen. Wenn man sich hart macht und damit gleichsam den Emotionsdeckel auf eine schwelende Wunde setzt, steigt der Druck im Innen nur noch mehr, bis die Verkrustung entweder aufbricht oder die zugedeckte Verletzung langfristig von innen heraus vergiftet. Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen. Die Gundelrebe schafft Frieden.

Ein ganz einfaches Rezept wollen wir zum Schluss mit euch teilen: 
Ein Marmeladenglas füllt man zu ca. dreivierteln voll mit Gundelrebe und gießt dann mit hochprozentigem Alkohol auf, sodass alle Pflanzenteile vollständig bedeckt sind. Wir verwenden dafür Wodka, es gehen aber auch andere ähnlich hochprozentige Schnäpse. Fest verschlossen lässt man die Tinktur nun ca. 4 Wochen stehen. Danach kann man sie tropfenweise einnehmen. Alternativ kann man den Alkohol durch Pflanzenöl (z.B. Olivenöl) ersetzen. Dann lässt sich der Ansatz auch gut zum einreiben von Wunden verwenden oder schlicht als würziges Salatöl. Die Gundelrebe hilft auch bei eitrigen Entzündungen der Nasennebenhöhlen und des Rachenraumes sowie dicken Verschleimungen. In getrockneter Form kann sie bei Bedarf ganzjährig als Tee getrunken werden. Sie entgiftet den Körper und spendet Kraft. Zur Erlösung seelischer Wunden kann die Tinktur über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

Wichtiger Hinweis: Die hier weitergegebenen Informationen beruhen auf unserem Erfahrungsschatz. Sie ersetzen weder einen Arzt noch eine professionelle Unterstützung durch Naturheilkundige. Für die Einnahme und den Verzehr des Krautes übernehmen wir keine Haftung. Es obliegt der Pflicht zur Selbstfürsorge jedes Einzelnen sich ggf. selbst vor der Anwendung über die persönliche Verträglichkeit zu informieren.

10 Kommentare zu “Bei der Gundelrebe zu Gast

  1. Danke für die Weisheiten der Gundelrebe! Für Alkoholiker, die trocken werden wollen, ist der Wodka in der Gundel wohl nicht so förderlich ;-)…. Da fällt mir grad mein großes Glas mit eingelegten Feigen vom letzten Jahr ein (auch in Wodka)…. könnte ich heute mal versuchen…. 😉

  2. Ach, wie schön du deinen Grillabend beschreibst .. ich bin in Gedanken dabei gewesen und habe die Atmpshäre gespürt (und mir von dir ein Würstchen gemopst…). Auch schön, Frau Gundel kennenzulernen- SEHR interessant. Ich mag Heilerinnen!!! ☺️🙏

  3. Es ist sooo schön zu lesen und sich vorzustellen wie gut und fürsorglich und herzlich ihr miteinander umgeht und füreinander sorgt🕊💫💐
    Das berührt uns sehr.

    Ich entdecke grad erst Natur 😊 und möcht gern fragen, wo würde man die Gundel finden? Oder müsste man die selber pflanzen können? 🙈

    • Huhu, 🙋‍♀️
      wir haben sie auf der Wiese gefunden. Man kann sie aber auch an Wald- und Wegrändern manchmal sehen. Ich glaube es gibt sogar Samen, mit denen man sie sich auch anpflanzen könnte. Falls du sie irgendwo entdecken solltest, kann man sich ganz leicht ein oder zwei Stückchen mit Wurzel mitnehmen und zu Hause einpflanzen. 😊

      Wir drücken die Daumen, dass sie dir begegnet!

      Liebe Grüße,
      Sofie 🦋

  4. 😁 wir haben die Gundel getroffen 🌱 und das ganz unerwartet…. und so öffnen sich Augen für etwas was die ganze Zeit vor der Nase war 👩‍🌾🙋‍♀️
    Das war schön😀 Dankesehr.

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