Dissoziative Identitätsstörung erklärt von Michaela Huber

Michaela Huber erklärt in diesem sehr sehenswerten Video die Dissoziative Identitätsstörung (ehem. Multiple Persönlichkeitsstörung).

7 Kommentare zu “Dissoziative Identitätsstörung erklärt von Michaela Huber

  1. Ich finde es verletzend und auch einfach falsch, dass Frau Huber im Interview Menschen mit DIS als ‚unbrauchbare Opferzeugen‘ bezeichnet, bzw. da generealisiert.
    Ich glaube schon, dass Betroffene durchaus in der Lage sein können, qualitativ gute Aussagen in Verfahren zu tätigen. DIS ist kein automatisches Ausschlusskriterium!

    • Hallo Paula,
      wenn du das so schreibst, kann ich die Verletzung sehr gut nachvollziehen. Natürlich sind die Aussagen von Opferzeugen mit DIS nicht allgemein unbrauchbar. Ich werde mir das Video ein zweites Mal anschauen und nochmal genau hinhören.

      Ich habe das tatsächlich beim ersten Mal nicht so absolut verstanden. Bei mir kam das so an, als wäre das eben häufig ein Problem, aber keinesfalls immer. Für die Zeugenaussagen und Glaubhaftigkeitsgutachten spielt das leider noch immer eine viel zu große Rolle. Und selbst wenn es für die Strafverfolgung ein Problem ist, schien es mir beim Ansehen so, als wäre Michaela Huber sehr parteiisch für die DIS-Patienten, weil sie das falsch findet und möchte, das sich diese Diskriminierung in Zukunft ändert.

      So unterschiedlich kann Wahrnehmung sein…😊

      Liebe Grüße und einen schönen Abend!

      • Ich glaube nicht, dass sie unparteiisch ist. Ich hätte mir mehr Betonung der Fähigkeiten gewünscht, neben der Benennung der Probleme.

  2. Was für ein interessantes Interview! Als Nicht-Betroffene kann ich es natürlich nicht beurteilen wie akkurat es ist, aber ich finde es toll, dass Frau Huber betont, dass dieser Sachverhalt in der Gesellschaft dringend angesprochen und mehr Gehör finden muss. Genauso sehe ich das auch!! Dieses Thema ist für viele zu „unangenehm“, aber das ist für mich keine gültige Begründung… Ich finde es gut, dass sie so detailliert über die Hintergründe davon berichtet. Ich finde es schlimm, mit der unbeantworteten Frage dazustehen, was „Rituelle Gewalt“ eigentlich ist. Weil man sich das nicht vorstellen kann, was da passiert und warum. Ich finde als Außenstehende hat sie mir einen sehr guten Einblick damit ermöglicht indem sie auch so eingehend über Täterstrukturen berichtet hat. Worin ich für mich persönlich etwas für mich mitnehmen konnte, war das Thema Täterloyalität. Ich denke, dass ist eine große „Überschrift“ für meine Erfahrung. Es ist für mich immer noch fast unmöglich, zu integrieren, dass ich mich als erwachsene Frau im Alter von 24 Jahren ein Jahr lang habe sexuell missbrauchen lassen und das hat mich zusätzlich auf einer anderen Ebene schwer traumatisiert. Nun habe ich mir so grob über die letzten Jahren die Zusammenhänge und Gründe dafür „zusammengebastelt“. Und vielleicht ist die Erklärung von Frau Huber, auch wenn ich keine DIS-Patientin bin, wieder ein kleines Puzzleteil…obwohl ich den Mechanismus immer noch nicht ganz verstehe, weil ein Jahr ist einfach so lang. Aber irgendwie habe ich da aufgehorcht. Man macht einfach so was ein anderer will aber man selbst nicht – und das so lange. Das ist so unheimlich. Eben fremdgesteuert. Schon allein, dass man sich eine Person ins Leben holt, die man eigentlich nicht mag und mit der man nichts anfangen kann. Weil auch ich in meiner Kindheit – nicht systematisch oder im Rahmen einer Struktur, aber trotzdem – darauf „konditioniert“ wurde alles zu machen, was man von mir erwartet und mich auf bestimmte Weise zu verhalten, nicht zu widersprechen und insgesamt, dass ich ein Stück Scheiße bin. Und dann entsteht trotzdem in einem ein täterloyaler(?) Anteil, der einfach so die Macht übernimmt und einen Dineg tun lässt. Obwohl man eins ist. Das ist meine Theorie bis jetzt. Und ich bin ja der Hoffnung, dass dieser Teil langsam raustherapiert ist. Denn das ist so eine gruselige Vorstellung.
    Ich hoffe es macht nichts, dass der Kommentar so lang geworden ist.
    Danke fürs Teilen!
    Liebe Grüße ♥

    • Hallo, 🙋‍♀️
      es freut mich, wenn du für dich etwas aus dem Beitrag mitnehmen konntest. Ich glaube man braucht keine DIS, um in einer derartigen Situation in völlige Erstarrung zu gehen und einfach nur durch zu funktionieren. Unser Dinohirn hat da ganz andere Reflexe, als es der Verstand im Nachhinein für sinnvoll halten würde. Wir sind für uns irgendwann zu der Entscheidung gekommen, dass es im Grunde keine echte Täterloyalität gibt. Es gibt Verhaltensweisen, die nach außen so wirken mögen. Im Kern sind sie für uns aber Selbstschutzreflexe, die einen überleben lassen. Dazu gehört nunmal auch zu wissen, wie ein Täter tickt und ggf. nicht weiter durch Widerstand zu provozieren. Unsere sog. Täterloyalen sind mit der größten Not und Ohnmacht identifiziert, die wir hatten und haben lediglich ermöglicht zumindest eine gewisse Handlungsfähigkeit zu erhalten. Egal wie es bei dir letztlich war – du bist nicht Schuld!

      Liebe Grüße und alles Gute!
      Sofie

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