Schreibflaute und ein kurzes Statusupdate

Immer wieder sitze ich hier, drehe die Gedanken im Kopf, wälze Beitragsideen und komme doch nicht einen Buchstaben weiter. Die Themen im Alltag sind so weit gefächert und voll, dass ich es nicht schaffe auch nur eine Facette sinnvoll herauszupicken. Ich sehne mich nach den stillen Momenten, in denen ich zu mir kommen kann und die Worte beginnen zu fließen. Stattdessen hocke ich in einem Kessel voll dichtem Nebel, bekomme weder mich, noch die Innens zu fassen und erlebe ganz bewusst wie stark Dissoziazion werden kann, wenn außen und innen der Schmerz aufbricht.

Begonnen hat alles irgendwie letztes Jahr zur ungefähr gleichen Jahreszeit. Todesfälle aus dem früheren Umfeld, die mich sehr mitgenommen haben, ein Überfall in der Wohnung, Spurensicherung, Rechtsanwalt und das Thema Strafanzeige. Gegen Ende des Jahres wurden wir körperlich sehr krank und wären dadurch fast drauf gegangen. Lange Behandlungsphasen in Krankenhäusern zehrten an uns. Inzwischen geht es uns wieder etwas besser und es besteht Grund zur Hoffnung, dass es mit uns hoffentlich zumindest in der Hinsicht weiter bergauf geht. Nun haben sich im Umfeld Veränderungen ergeben, die unsere nervliche Kapazität stark ausreizen. Innerlich brechen alte Erfahrung auf und überschwemmen uns mit vernichtender Klarheit: „Ja, so war es damals! Das haben sie mit uns getan!“ Gleichzeitig nehmen wir die Welt um uns herum nur noch unwirklich war.

Wenn wir in starken Stress geraten, geht es uns oft auch so, dass die innere Kommunikation schwierig wird, weil wir nichts mehr greifen können. Irgendwie sind dann alle und alles gleichzeitig. Einerseits ist innen die Hölle los, andererseits wird aber alles schwarz, wenn uns jemand danach fragt, was bei uns ist. Es ist, als würden mit dem hören der Frage bereits alle Antworten im Schwarz der Dissoziation verschwinden. Eine Wand schiebt sich zwischen die äußerste Schicht und unser tieferes emotionales sein und trennt es zuverlässig vom Bewusstsein. Mal sehen, wie wir damit gut umgehen können.

Wir vermissen die Kommunikation mit euch lieben Lesern und Leserinnen, den Austausch, den wir auf unterschiedlichen Ebenen immer so gewinnbringend fanden und die Auszeiten, die uns das Schreiben schenkt. Vielleicht kann dieser Beitrag ja die Türen für uns öffnen, wieder in den Schreibflow zu kommen. An dieser Stelle wollen wir euch aber zunächst einfach sagen: Es gibt uns noch! Wir sind zwar sehr im Stress, aber wir denken viel an euch und wir freuen uns darauf, bald auch wieder mehr hier zu sein. 🦋🦋🦋

29 Kommentare zu “Schreibflaute und ein kurzes Statusupdate

  1. Es ist schön, von Euch zu lesen.
    Auch dann, wenn auch in Euch sich alle Farben zu einem Einheitsbraunschwarz durcheinander zu rühren scheinen.
    Es ist gut, nicht allein zu sein.

    Ich schicke Euch ganz viel Kraft, diese Zeit weiterhin zu überstehen und hinter Euch zu bringen.

  2. Hallo ihr lieben, freudig wurde euer Text gelesen, so vieles kommt bekannt vor vor allem das nicht greifen können was innen los ist… Wir hoffen ihr könnt zur Ruhe kommen… Wir senden euch viele blumige Grüße

  3. Oh wie wunderbar wieder einmal von euch zu lesen! Danke für diese wie immer so zart-starken Worte. Alles Liebe und tiefe Erholung, auch dieserseits wird viel an euch gedacht 💚

  4. Liebe Sofie,
    Oh wie bekannt ist hier die Stille am Blog, wenn alles so laut ist innen und außen. Wenn es unmöglich ist einen Text so zu formulieren, wie wir ihn mögen, nur nicht Greifbares und Gedanken in einigen Entwürfen, die nicht zur Veröffentlichung taugen.
    So ähnlich geht’s uns aktuell auch. Glücklicherweise ohne ernste Erkrankung. Wie schön, dass du/ihr auf dem Weg der Besserung bist/seid. Wir wünschen euch von Herzen, dass die ersehnte innere Ruhe und damit die Möglichkeit der Kommunikation nach innen sehr bald eintritt.

    Wir freuen uns sehr von dir/euch zu lesen. Ein Glück, dass es euch gibt. Auch wenn deine Beiträge vielleicht aktuell nicht deinen sehr hohen Standards entsprechen können, freuen wir uns sie zu lesen. …… Das sollte eine Ermutigung zum Schreiben sein, wenn ihr wollt.

    Von Herzen das Allerbeste. 🍀🍀🍀💖🌷🏵️🌼
    „Benita“

  5. Ach ihr Lieben,
    vielen herzlichen Dank für euere herzlichen Worte! Das muntert in der Tat auf!

    Vielleicht haben wir beide ja bald wieder unseren Schreibdurchbruch und alles kann wieder fließen. 😉 Ich wünsche es euch und uns!

    Ganz liebe Grüße! 🦋🤗

    • Vielen herzlichen Dank, das tut sehr gut und freut uns. 😊 💖 Auch dass es euch aufmuntert, freut uns sehr. Ein wunderbarer Wunsch von euch. ….. Bei uns ist einfach mit der neuen Wohnung so viel zu arbeiten. Wir sollten uns dennoch Zeit zum Schreiben und die Kommunikation nach innen nehmen. Dazu müssten wir vielleicht an anderen Stellen mal „Nein“ sagen. Ganz schön schwierig, wenn wir doch dazu gehören wollen. Aber das Schreiben fehlt auch so sehr. ….. Ziemliches Luxusproblem in unserem Leben, kommt uns vor?! 😉
      Alles Liebe euch 🤗🍀🍀🌷
      „Benita“

      • Wenn man sich „Luxusprobleme“ erlauben darf, wann, wenn nicht nach so einschneidenden Lebenserfahrungen! Gerade nach so einer Geschichte wird doch deutlich, dass die vermeintlichen Kleinigkeiten eigentlich gar keine sind. Insofern finden wir das nur zu verständlich und ein ernstzunehmendes Problem, für das es eine Lösung braucht! Nein sagen ist hier so mit die größte Herausforderung…🦋🤗

      • Danke für eure lieben Worte. Nein sagen ist tatsächlich eine große Herausforderung und eben zu uns stehen und unsere Grenzen wahren, ohne gegen jemanden kämpfen zu müssen, weil wir uns recht wohl fühlen. …. Lernen, dass unsere Bedürfnisse, aber auch Fähigkeiten akzeptiert werden. Eine große Herausforderung und Freude. 🤗😊🌼🏵️

  6. Hallo Buntschmetterlinge,
    es freut uns von euch zu lesen.
    Wir wünschen euch, dass es euch schnell auf allen Ebenen wieder besser geht.
    Viele Grüße
    Kosaja

  7. Liebe Schmetterlinge,
    wir wollten so gerne immer wieder bei euch kommentieren und haben uns bisher nie getraut.
    Seit wir begonnen haben unser viele sein zu realisieren, haben wir euch gelesen.
    So viel für uns mitgenommen und so viel begreifen dürfen. Auch wenn wir uns bisher nicht kennen, so fühlen zumindest wir uns mit euch verbunden. Ihr habt Worte gefunden wo wir noch keine hatten, habt Dinge beschrieben, die wir noch nicht in uns haben greifen können. Jetzt merken wir immer mehr, wie wichtig eure Worte bisher für uns auf unserem Weg gewesen sind.
    Wir hoffen das ist nun nicht aufdringlich, aber wir freuen uns dass ihr wieder da seid und vielleicht schaffen wir es einmal etwas mehr bei euch zu kommentieren.
    Alles liebe, schwarmwesen

    • Liebe Schwarmwesen,
      wir finden es total schön, dass ihr euch getraut habt uns zu schreiben! Es freut uns sehr, dass wir euch mit unseren Beiträgen erreichen konnten und es euch weiter geholfen hat! Wir finden es immer wieder berührend, wenn wir mit unseren so einfach Worten andere erreichen dürfen.

      Vielleicht mögt ihr ja auch in Zukunft hier immer wieder mal mitschreiben. Wir sind immer dankbar für jede Rückmeldung und den konstruktiven Austausch.

      Ganz liebe Grüße,
      Sofie

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