Sonntagsmigräne und alte Gedanken

Über den Augen flirren noch zart die zackigen Regenbogenblitze der Migräne. Der Kopfschmerz ist bereits verklungen. Nur noch leichte Übelkeit und Reste der Aura. Untypisch. Aber worauf kann man sich heutzutage schon noch verlassen. Ich sitze halb aufgerichtet auf dem Bett. Die Rolläden sind geschlossen. Licht fällt durch die Ritzen ins Zimmer. Gerade genug um die Dunkelheit etwas aufzuhellen und dennoch meine Nerven nicht zu überlasten. Ich schalte den Fernseher ein und lasse mich zur Ablenkung etwas beschallen. Leise. Laut ist es nur im Kopf.

Geplant war heute ein ruhiger Tag. Er wird wohl auch zumindest äußerlich eher still verlaufen. Die Berieselung zeigt schnell ihre Wirkung. Ich hatte schon lange keinen Tag mehr vor der Glotze. Die Spannung fällt etwas ab. Im Inneren werden Kleine spürbar. In den letzten Wochen werden oft alte Gedanken wieder laut. Eine Zeitlang schienen sie verschwunden, fast wie abgelegt. Nun blicken sie wieder mit mir auf die Welt. Sie tragen die Brille des Überlebens innerhalb des alten Organisationsprinzips. Ich versuche zu verstehen.

Eine Tasse Kaffee und viele Atemzüge später freunde ich mich mit dem Tag und dem Schmerz in ihm an. Er ist ruhig, wenn auch anders als gedacht.

2 Kommentare zu “Sonntagsmigräne und alte Gedanken

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