Der widersprüchliche Opferverhaltenscodex

Als Opfer ist die Glaubwürdigkeit permanent der gesellschaftlichen Prüfung unterzogen. Mit einer Mischung aus Küchenpsychologie und ausgeklügelter Vermeidungsstrategie wird das Klischeebild des Opfers geprägt. Die dafür herangezogenen Maßstäbe sind allerdings nicht erfüllbar. In diese Schublade kann keine Betroffene wirklich passen, weil die Anforderungen viel zu widersprüchlich sind, als dass sie in ein und der selben Person umsetzbar wären. Statt sich der Ohnmacht und dem Grauen mancher Verbrechen zu stellen, wird das Opfer denunziert. Die Realität der Tat wird effektiv distanziert für den Preis, die Betroffenen im Stich zu lassen. Aber wie soll man als Opfer denn nun sein!?

Weiterlesen