Meisenstreit und Abendwolken

Das Weiß der Wolken ist an der Basis in ein eigenartiges Grau getunkt. Es ist nicht so, als käme Regen und doch stellt es das blaue strahlen in Frage. Ich blicke nach oben. Schnell ziehen sie dahin. Während mir hier unten in der Sommerschwüle das T-Shirt an der leicht schweißfeuchten Haut klebt, scheint dort der Wind zu wehen. Die Zeit schwindet dahin. Ich bin um nicht einmal 21.00 Uhr so müde, dass mir beim Schreiben fast die Augen zufallen. Ein anstrengender Tag. Während sie Katze schnurrt und die Tauben ihr Abendlied gurren, lass ich den Tag Revue passieren. Drinnen läuft Wasser in die Gießkanne. Die letzten Arbeiten des Tages gehen mir mit schweren Gliedern von der Hand.

Tropfen fallen von den Blumenkästen auf die Erde und verursachen ein unsynchrones Pochplatschgeräusch auf den Balkonbrettern. Ich blicke mich um und sehe überall zwischen den Pflanzenblättern und feinen Verästelungen kleine glitzernde Wasserpartikel im Restlicht des Tages schimmern. Etwas frisches und belebenden geht von ihnen aus. Je stiller ich werde, umso lauter erscheint mir die Welt. Sogar der Storch klappert von Ferne. Starker noch schimpfen jedoch die Meißen direkt nebenan in der Hecke. Sie scheinen eine Meinungsverschiedenheit unter sich auszutragen. Vielleicht eine Uneinigkeit in der Kindererziehung. „Ich dachte wir wären uns einig, dass wir ab sofort vegan von den Sämereien auf dem Balkon leben!“ „Aber ich wollte mir mit der Mücke einfach mal wieder ein wenig gute Laune gönnen. Du weißt doch wie herrlich das kribbelt, wenn Herr Müller vorher seinen Rotwein hatte.“ Tschirp, tschirp. „Keine Drogen vor den Kindern!“ Es scheint relativ schnell wieder Einigkeit zu herrschen. Zumindest zwitschert inzwischen alles wieder friedlich dahin.

Noch einmal tief durchatmen. Die Flashbacks sollen jetzt bitte Pause machen. Irgendwann müssen doch selbst die mal müde sein… Offensichtlich haben sie die stärkeren Nerven.😏 Mir wird kalt. Deshalb ziehe ich nach drinnen unter die warme Bettdecke. Noch ein bisschen plaudern mit unserem Lieblingsmenschen. Dann geliebt einschlafen. Was will man mehr!?

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