Eine kurzfristige Absage und Angst vor dem Essen

Erschöpft lehne ich mich gegen den großen alten Baum vor dem Haus. Langsam rutsche ich am Stamm nach unten und gehe in die Knie. Tränen schießen mir in die Augen. Ich kann nicht. Ich muss absagen. Eine Mischung aus Trauer und Scham erfüllen mich. Schon wieder – so kurzfristig. Gerne hätte ich mich heute mit alten Kolleginnen getroffen und bei einem Kaffee ganz entspannt über dies und das geplaudert. Doch Körper und Psyche waren nicht davon zu überzeugen. Seit dem Morgen bemühe ich mich darum die Panik zu reduzieren, mich gut zu versorgen und mich zu einem Schritt nach dem anderen zu überwinden. Nun gebe ich auf. Mitten in der Wiese vor dem Haus platzt in immer neuen Panikwellen die Hoffnung doch noch irgendwie an dem Treffen teilnehmen zu können. Alles was ich will, ist zurück in mein Schneckenhaus kriechen und die Erinnerungen verdauen. Meine Welt ist fragil.

Weiterlesen

Ein Weihnachtsmorgen

Es ist noch grau finster, als ich die Augen aufschlage. Die Katze möchte nach draußen. Vermutlich wird sie ihr Näschen nur eher kurz hinausstrecken. Aufstehen lohnt sich kaum. Regentropfen rollen die Fenster hinunter. Meine Tränen warten auf Januar.

Weiterlesen

Weihnachtsmarktschmunzler

Gestern Abend waren wir auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs. Es duftete herrlich nach Süßkram. An einer kleinen Bude glitzerten allerlei Anhänger für den Weihnachtsbaum. Von hinten kam ein kleiner Junge angerannt und rief aufgeregt: „Mama, schau mal! Die Aliens…!“ Er zeigt mit seinen kleinen Fingern auf eine Reihe von Anhängern. Wir schmunzelten breit. Er meinte die kleinen Glasengel.

Herbsthadereien 🍂

Wir sitzen ins warme Bett gekuschelt und betrachten die Düsternis. Eigentlich hatten wir geglaubt, wir seien mitten in der Nacht wach geworden. Es ist kurz nach sechs. Wenn das Morgengrauen aussieht wie Finsternis, ist es wohl endgültig vorbei mit dem Sommer und der Herbst zieht ein. So gerne hätten wir die heißen Nächte dieses Jahr noch etwas behalten. In uns entwickelt sich mehr und mehr eine Herbstsperre. Während ich sonst oft den dunkleren Zeiten durchaus ihre eigene Art von Gemütlichkeit abgewinnen konnte, trauert mein Körper-Seelen-System nun dem Licht hinterher.

Weiterlesen

Was ich an Beltane mag

Ich sitze auf dem Balkon und lausche dem zwitschern der Vögel. Meine Fingerspitzen frösteln leicht. Den Oberkörper eng in eine dicke Jacke gehüllt  blicke ich mich um. Es ist der erste Beitrag in diesem Jahr, den ich unter freiem Himmel verfasse. Ich erinnere mich an die vielen Sommerabende, an denen ich hier ein Stück meines Lebens genoss. Zart sprießen die ersten Pflänzchen. Vieles hat zu meinem Erstaunen den harten Winter in den Töpfen überlebt. Die kleinen Erdbeerpflänzchen schauen bereits eifrig über den Rand ihres Schalenzuhauses und schieben ihre Blätter der Sonne entgegen in die Höhe. Vom Himmel kommt mir ein kleines wattiges Samenetwas entgegengeschwebt. Es spielt mit dem Wind. Die Kleinen kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Sie freuen sich über diese Beobachtungen. „Das ist also Beltane“, denke ich. „So fühlt es sich jenseits von organisierter und ritualisierter Gewalt an.“

Weiterlesen

Impulse aus dem Innen – Handlungsimpulse als Ausdruck dissoziierter Erinnerungen

Wenn die Informationen aus der Schattenwelt nun auftauchen, geschieht das zunächst [häufig] durch Handlungsimpulse, die man selbst nicht versteht, wie z.B. Fresszwang, Kaufsucht oder auch die Bereitschaft sich auf Dinge einzulassen, die man eigentlich ablehnt, suizidale Impulse auszuführen, an Plätze zu gehen oder sich mit Menschen zu treffen, die man unangenehm oder eklig findet.

Gaby Breitenbach, Innenansichten dissoziierter Welten extremer Gewalt, Asanger Verlag, 5. Auflage 2016, S. 142

 

Das Eingangszitat beschreibt auf eindrückliche Weise einen Zustand, den wir an uns selbst mehr als oft beobachten konnten: Man tut etwas und weiß gar nicht weshalb, weil es dem bewussten Anteil eigentlich widerstrebt so zu handeln. Die Krux an der Sache: Man kann es auch nicht einfach sein lassen, weil etwas/jemand durch einen hindurch am bewussten Wollen vorbeiagiert. Tatsächlich wurden derartige Impulse in der Vergangenheit meist dann kontrollierbar, wenn wir ihren Ursprung wieder zuordnen konnten. Wenn sie auftauchen kommen sie jedoch häufig aus dem Nichts und abgekoppelt von anderen Erinnerungsfragmenten, die erklärend wirken könnten. Keine Bilder, keine Gerüche, kein Körpergefühl. Die traumatische Erfahrung zeigt sich allein im Impuls, der zurück ins Bewusstsein schwappt. Er scheint Ausdruck des eigenen Handlungswillen zu sein und gleichzeitig ist man sich dabei furchtbar fremd. Die nahenden Ostertage führen derzeit dazu, dass einige dieser Erinnerungsfragmente mit impulshaftem Charakter wieder vermehrt auftreten. Wir haben uns dazu entschlossen deshalb diesen Beitrag mit unserer persönlichen Sicht auf dissoziierte Handlungsimpulse zu schreiben.

Weiterlesen

Einen guten Rutsch!

B76D4BC2-4885-4790-81EF-ACF936155230

Wir wünschen euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Kommt gesund und wohlerhalten im Jahr 2019 an. Habt schöne Stunden bis zum Jahreswechsel. Auf dass alle trüben und schweren Gedanken euch möglichst fern bleiben!

Vielen herzlichen Dank für‘s Lesen und euere treue Begleitung durch die letzten Jahre! Was wäre dieser Blog schon ohne euch lieben Leser_innen und den Austausch zu den verschiedenen Blogbeiträgen. 🤷‍♀️ Danke dass ihr diese Seite mit eueren Gedanken und Ideen belebt und sie so zu etwas ganz besonderem macht! Ihr spendet uns Kraft, wenn’s mal wieder sehr düster aussieht und lacht mit uns über die Kuriositäten des Lebens. Das wissen wir zu schätzen.

Wir hoffen wir sehen euch nächstes Jahr wieder.😉 Mögen euere Wünsche für euere Blogs 2019 alle in Erfüllung gehen!

Und nun: Feiert schön und Prosit Neujahr! 🍾🥂🍀🎉

Frohe Weihnachten

❤️

Sofie und die bunten Schmetterlinge wünschen euch allen von Herzen frohe Weihnachten und eine schöne, besinnliche Zeit!

Mögen alle in diesen Tagen in innerer und äußerer Sicherheit sein und die Hilfe erhalten, die sie brauchen, um sich schützen zu können.

❤️

christmas-bauble-2956232_1920

Tränen erzählen

feather-2571777_1920

„Es sind meine Tränen, nicht mein Lächeln, die mich heilen. Heute sagen meine Tränen meine Wahrheit und enthüllen ihre Geheimnisse.“

Ich sitze auf meinem Bett und tippe Worte in die weiße Maske meines Laptops. Es steht mir frei, sie weinen oder lachen zu lassen. Bislang ist sie unbeschrieben.
Damals als Kind waren wir das auch, ehe Erwachsene uns immer mehr Leid hinter die lächelnde Fassade füllten.
Draußen regnet es in Strömen.
Vom Himmel fallen große Tropfen.
Ob wohl auch er über die grausamen Taten weint?

Viele Kinder und Jugendliche freuen sich heute darauf in der Nacht kleine Streiche zu spielen. So ist es hier Brauch. In den Städten und Dörfern werden Feste gefeiert. Man erzählt vom Tanz der Hexen auf dem Blocksberg und genießt gemeinsam Speis und Trank als Überbleibsel des einstigen Fruchtbarkeitsfestes.
Für die Meisten wird der Tag wohl in guter Erinnerung bleiben. Sie werden irgendwann ihren Kindern davon erzählen und traditionelle, lustige Dinge tun. 

von unseren Tränen und Beltane weiterlesen →

Osterreisen

woman-3214594_1920

Auf einem kleinen Boot saß sie. Es war aus altem Holz gemacht. Die grüne Farbe blätterte bereits an vielen Stellen ab. So wollten es die Gezeiten. Ihre Füße schwebten kurz über der Wasseroberfläche und in ihrem Haar webte ein Rosenkranz Geschichten von der fruchtbaren Welt. Ein feuriges rotes Kleid umhüllte zart energetisch fließend ihren Körper. Ihre Augen fühlten geschlossen der Weite um sie nach. Am Horizont dämmerte es orange leuchtend.
Mit ihrer Zehenspitze konnte sie fast die Spieglung derselben im Wasser berühren. Doch ein Lufthauch hielt die beiden getrennt. Sie wohnten in zwei Welten.
Das Wasser ruhte.
Die Welt um sie herum ruhte.
Sie selbst ruhte.
In sich.
Und über den Wogen erhaben.
Am Himmel zog ein Vogelschwarm.

Weiterlesen