Erfahrungen von Folter

In den letzten Tagen habe ich aufgrund meiner eigenen Erinnerungen viel nach Erfahrungsberichten von Folter gegoogelt. Weil in der Verarbeitung derzeit besonders die Erlebnisse mit Strom und Elektrizität im Fokus stehen, war ich auch bei den Recherchen zunächst entsprechend darauf fixiert. Gefunden habe ich so gut wie nichts, außer grundsätzlichen, relativ oberflächlichen Beschreibungen von Methoden. Mir fehlen vor allem Schilderungen aus dem Innenleben nach einem derartigen Ereignis. In den spärlichen Artikeln über Opfer von politisch motivierter Folter finden wir uns nur sehr bedingt wieder. Zwar ähneln sich mitunter die Methoden, allerdings ist auch der Kontext für die Auswirkungen entscheidend. Häufig haben diese Überlebenden zudem einen – aus unserer Sicht -entscheidenden Vorteil bei der Verarbeitung: Die erlittenen Gewaltformen und die Umstände (Folter in Gefängnissen, bestimmte Regime, Stasi, KZ, etc.) sind bereits gesellschaftlich bekannt und auch anerkannt, während Überlebende von ritueller Gewalt erst mal dafür kämpfen müssen, dass Ihnen überhaupt geglaubt wird. Wir haben uns nun dazu entschlossen Stück für Stück unsere Empfindungen niederzuschreiben. Vielleicht hilft das anderen, die ebenfalls danach suchen. In der Seitenleiste findet sich ab sofort die neue Kategorie „Erfahrungen von Folter“, um die Beiträge dort zu sammeln. Beim Schreiben werden wir uns an dem orientieren, was uns im Innen jeweils zu dem Thema bewegt. Im letzten Beitrag „Tote trinken keinen Kaffee“ haben wir bereits einen Anfang gemacht. Triggerwarnungen gibt‘s – wie grundsätzlich auf diesem Blog – keine.

Impfpflicht – Der Flashback meines Lebens

Bevor wir damit Anfangen zu erzählen, wie die Lage derzeit bei uns ist, möchten wir uns aus ganzem Herzen bei euch bedanken! Wir waren tief berührt von so viel Zuspruch, lieben Worten und hilfreichen Gedanken zu unserem letzten Beitrag! Noch immer können wir kaum in Worte fassen, was euere Kommentare mit uns machen. Die Anteilnahme war positiv überwältigend. 😊 Ihr seid die Besten! Danke! ❤️

Wir sitzen gerade in unserem Sessel, als wir damit anfangen hier unsere Gedanken der letzten Tage noch einmal zu ordnen. Die Katze streckt sich zu uns hoch um auszuspähen, ob auf unserem Schoß neben dem Laptop noch Platz für sie wäre – vielleicht auch einfach auf der Tastatur. Unser Körper schmerzt. Gleichzeitig lichtet sich der tiefe Nebel in dem wir gefangen waren. Ohne Hilfe hätten wir es nicht geschafft. Viele Unterstützerinnen haben in den letzten Wochen unvorstellbar viel geleistet, um uns ein Weiterleben zu ermöglichen. Nun, da der Auslöser unseres Zusammenbruchs deutlich wird, ändert sich unsere Lage. Von Außen so banal und im Innen so verheerend war es die Debatte um die Impfpflicht, die eine alte Gehirnschublade schließlich aufspringen lies. 
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Ich bin kein fucking Superheld — Ein:T:R:aum:A:partment

Die lieben Lunis haben sich in einem Beitrag mit dem Thema Stärke nach Traumatisierungen auseinandergesetzt. Weil wir Ihnen in dem Punkt ganz unabhängig von Corona uneingeschränkt zustimmen, verlinken wir euch heute ihren Artikel auf unserem Blog. Wir haben durch die Traumatisierungen keine Superherostärken entwickelt und können auch nicht besser mit Krisen umgehen, weil wir sie ohnehin gewohnt sind. Manchmal ist die Mentalität von „Positiv thinking“ und Ressourcenorientierung nichts anderes als Gewalt gegen die Opfer. Wir haben keine Stärken gewonnen, weil man uns gebrochen hat. Im Gegenteil – wir sind daran kaputt gegangen. Dass wir heute leben und kämpfen ist keine Stärke, sondern eine Notwendigkeit in die man uns gezwungen hat. Jede Krise und Unsicherheit ist für uns so mies wie die Erste. Man gewöhnt sich genau so wenig an Not- und Konfliktsituationen, wie man sich an Vergewaltigungen und Gewalt gewöhnt. Es gibt keine pauschalen Bewältigungsskills und Stärken für Scheiße im Leben. Was sich letztlich stellt ist die Frage, ob man von Stärken und Ressourcen sprechen möchte, wenn man von Fähigkeiten redet, die man ohne ständige Lebensbedrohung gar nicht entwickelt hätte – die also kein Mensch haben sollen müsste und die im Grunde nur die völlige Zerstörung gesunder Interaktionsmuster durch die Traumata belegen! Wenn ich entspannt auf eine äußere Bedrohung regieren kann, spricht das dafür, dass ich meine eigenen Gefühle abspalte und ich mir damit meine Menschlichkeit verbiete, weil ich sie nicht ertrage und lebensgefährlich einstufe. Die Corona-Krise ist eine Bedrohung! Auch wenn man die Gefahr zu erkranken für sich als gering einschätzt, so sollten zumindest die massenhaft verordneten Freiheitsberaubungen und Einschränkungen unserer Grundrechte zu denken geben. Wer davon gänzlich unberührt bleibt, beweist eher eine Schädigung im emotionalen Erleben, als eine wirkliche Stärke. Das hat mit Besonnenheit nichts mehr zu tun, denn um besonnen zu handeln muss ich mich vorher von etwas besonders bewegen haben lassen – so sehr, dass ich das Potenzial spüre, dass es mir den Boden nimmt.

Ich weiß gar nicht wie die Schwurbel-Schworbs darauf kommen, dass wir im letzten Beitrag über irgendjemand anderen geschrieben haben, als über uns persönlich. Wieso sollten wir über irgendjemand anderen urteilen, irgendjemand zum schwachen Opfer degradieren, damit? Ich verstehe es nicht. Nein, ich bin kein fucking Superheld. Ich habe keine Superkräfte. Und die Mentalität von “Was […]

Ich bin kein fucking Superheld — Ein:T:R:aum:A:partment

Sommernacht und quere Gedanken

Kurz vor Mitternacht, immer noch 27 Grad auf dem Balkon und sternenklarer Himmel. Der Abend geht mit einem Lächeln zu Ende. Eine Grillparty mit Bekannten, war der perfekte, leichtfüßige Ausklang für diesen brüllendheißen Sommertag. Im Grunde könnte man einfach den Stempel „Gut“ darunter setzen, weil alles irgendwie perfekt lief. Erfüllende Arbeitsaufgaben und ein bisschen echtes Social Networking zu später Stunde. Das schöne Gefühl direkt hinter der Fassade fühlt sich sogar ausnahmsweise echt an und nicht nur wie ein maskenhaftes Funktionierroboterüberbleibsel. Aber kennt ihr das, wenn trotzdem irgendwo ganz weit innen, kaum greifbar und schon gar nicht zuzuordnen, ein undefinierbares Empfinden anklopft, dass da noch etwas anderes ist?

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Energieschub für die Seele

Wieder beginnt ein neuer Tag. Wie so oft in letzter Zeit zieht es mich auf den Balkon. Mir fällt auf, dass ich im heimischen Grün anscheinend besonders gut denken und bei mir ankommen kann. Viele Stunden habe ich in den letzen Tagen und Wochen dort verbracht, kleine Flugwesen beobachtet und Erinnerungen an mir vorbeiziehen lassen. Lange bleibe ich heute jedoch nicht draußen. Der Wind kühlt zu sehr. Obwohl mein Herz Anfang Juli noch auf Sommer wartet, fühlt er sich schon leicht herbstlich an. Eigentlich möchte ich zu dieser Jahreszeit nur in weiten Kleidern und luftigen Röcken herumlaufen. Entsprechend wehre ich mich innerlich gegen eine warme Weste.

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Schmuckkörbchen und Traumakisten

In der Tat machen die vielen rosanen und weißen Blüten der „Schmuckkörbchen“ auf unserem Balkon ihrem Namen derzeit alle Ehre. Als mein Blick früh am Morgen von unten in die Pracht des Blumenkastens fällt, blinzelt mir ein Stückchen Himmel zu. Ich schlürfe von meiner Tasse Kaffee. Die Füße ruhen auf dem kleinen Tischchen vor mir. Sonne und Blumenduft geben alles, um uns den Tag schön zu malen. Im Innen fühlen wir uns unendlich traurig. So traurig, dass wir kaum atmen können. Die Sprachlosigkeit macht aggressiv. Während kleine getigerte Schwebfliegen lockerleicht am Nektar schlürfen, schürfen wir tief in alten, unaushaltbaren Verletzungen.

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Einen guten Rutsch!

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Wir wünschen euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Kommt gesund und wohlerhalten im Jahr 2019 an. Habt schöne Stunden bis zum Jahreswechsel. Auf dass alle trüben und schweren Gedanken euch möglichst fern bleiben!

Vielen herzlichen Dank für‘s Lesen und euere treue Begleitung durch die letzten Jahre! Was wäre dieser Blog schon ohne euch lieben Leser_innen und den Austausch zu den verschiedenen Blogbeiträgen. 🤷‍♀️ Danke dass ihr diese Seite mit eueren Gedanken und Ideen belebt und sie so zu etwas ganz besonderem macht! Ihr spendet uns Kraft, wenn’s mal wieder sehr düster aussieht und lacht mit uns über die Kuriositäten des Lebens. Das wissen wir zu schätzen.

Wir hoffen wir sehen euch nächstes Jahr wieder.😉 Mögen euere Wünsche für euere Blogs 2019 alle in Erfüllung gehen!

Und nun: Feiert schön und Prosit Neujahr! 🍾🥂🍀🎉

Frohe Weihnachten

❤️

Sofie und die bunten Schmetterlinge wünschen euch allen von Herzen frohe Weihnachten und eine schöne, besinnliche Zeit!

Mögen alle in diesen Tagen in innerer und äußerer Sicherheit sein und die Hilfe erhalten, die sie brauchen, um sich schützen zu können.

❤️

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Triggerwarnungen

Immer wieder erreichen uns freundliche Nachfragen, ob wir nicht hin und wieder doch Triggerwarnungen setzen könnten. Die Bitte darum verstehen wir gut. Deshalb haben wir lange und sorgfältig darüber nachgedacht. Unser Ergebnis wollen wir euch hier mitteilen und unsere Entscheidung diesbezüglich transparent machen.
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Volle Zeit

Ihr Lieben,
wir hängen hier auf dem Blog gerade etwas hinterher.
Es gäbe noch so viele Kommentare zu beantworten und auch einige Themen, über die wir dringend schreiben wollen. Grade ist aber privat so viel zu tun, dass wir noch gar nicht dazu gekommen sind.
Also bitte nicht wundern!
Sobald es im Außen wieder ruhige Momente gibt, holen wir das alles nach. 😉

Liebe Grüße und einen wunderschönen Tag euch allen,
Sofie und die bunten Schmetterlinge 🙂🦋☀️