In die Welt gedacht

Ich sitze am Tisch und stochere mit dem Löffel in meinem Müslijoghurt. Ein Korn mag sich nicht beißen lassen. Egal wie sehr ich es mit der Zunge durch den Mund von einem Zahn zum nächsten Schubse – an seiner Hülle tut sich nichts. Irgendwann sortiere ich es aus, weil es wie Stroh unnachgiebig hölzern bleibt. Mein Kopf ist müde und so spare ich mir aus diesem unwichtigen Fakt die Geschichte der spröden Kornfee zu machen. „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann kauen sie noch heute“ wäre ohnehin ein armselig abgedroschener Schluss. Der Mülleimer leistet mir statt dessen gute Dienste.

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Kaffeplauderei

Die Kaffeemaschine rumpelt hart und ungemütlich in meinen Ohren, als ich mir den ersten Kaffee des Tages zusammenbraue. Das Geräusch lässt mich aufwachen, noch bevor ich einen Schluck nehmen kann. Ob das der Sinn der Sache sein kann? 🤔 Ein Esslöffel Amarettosirup und reichlich Milch vollenden mein morgendliches Heißgetränk. Vorsichtig bewege ich die Tasse Richtung Tisch. Um ein Überlaufen zu verhindern schlürfe ich etwas davon ab. Der „eklige Kakao“ stößt innen vor allem bei den kleinen Körpermitbewohnern eher auf wenig Begeisterung. Geschmackssachen sorgen manchmal durchaus für inneren Gesprächsstoff.

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Ein Punkt im Chaos

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Ich sitze mit der soeben gelieferten Pizza auf dem Bett.
Gut zwei Stunden sind seit der Bestellung vergangen. Das war eine schwere Geburt. Der Fahrer konnte zunächst mein Klingelschild nicht finden, weil man ihm den falschen Namen auf seinen Zettel geschrieben hatte und drehte mit meiner Pizza wieder ab ohne zu läuten. Erst nach einem erneuten Anruf unsererseits im Lokal klappte es dann mit der Essenslieferung.
Jetzt haben wir jedenfalls das bestellte Objekt auf dem Schoß und kriegen es trotz Hunger einfach nicht hinunter. Im Gegenteil. Irgendwie würgt es uns, wenn wir nur daran denken. Wir stellen die Pizza weg. Ich merke, wie in unserem Innen die Anspannung steigt. Mir ist danach zu heulen und schreiben mag ich auch nicht mehr. „Alles blöd,“ schimpft ein kleines Innenkind voll Traurigkeit. „Was ist denn los?“, frage ich nach. „Das triggert alles schrecklich,“ bekomme ich als verzweifelte Antwort. „Blöd, blöd, blöd!“ In mir weint es.
Ich beschließe einfach erst einmal nur zuzuhören, weil ich sonst nicht weiß, was ich jetzt am Besten tun kann. Im Kopf purzelt plötzlich alles durcheinander.

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Schwarzkümmelreis mit Schafskäse

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Reis ist für uns eine beliebte Beilage.
Wir essen ihn in allen möglichen Formen. Heute wollen wir euch eine schnelle Möglichkeit vorstellen, den nahrhaften Körnern einfach mal einen ganz anderen Geschmack zu verpassen.

Zunächst wird der Reis im gesalzenen Wasser mit einer Scheibe Ingwer auf die richtige Garstufe gekocht. Wenn er fertig ist, gießt man das restliche Wasser ab, sofern überhaupt noch Wasser im Topf vorhanden ist. Wenn man die Wassermenge vorher der Reissorte anpasst, ist es am Ende automatisch weg, weil es die Reiskörner ausgetrunken haben. 😉 Die zugehörigen Milliliter-Angaben stehen oft auf der Verpackung.
Nun bröselt man den Schafskäse mit den Händen darüber. Natürlich könnte man den auch schneiden, aber das sparen wir uns oft und regeln das mit leichtem Händedruck. Umrühren, etwas Sahne zugeben, dass der Reis schön schlotzig wird und den Schwarzkümmel dazu streuen.
Fertig! 🍴🙂

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Die Zutaten im Überblick:
– Wasser
– Eine Scheibe Ingwer
– Reis
– Schafskäse
– Schwarzkümmel
– Sahne
– Salz – Der Schafskäse ist an sich schon etwas salzig, deshalb anfangs sparsam mit extra Salz umgehen und lieber nachwürzen.

Der würzige Reis mit einem Hauch von Orient schmeckt zu Fleisch- und Fischgerichten gleichermaßen. Die Kombinierbarkeit ist vielfältig. Da ist mit Sicherheit für jeden Geschmack etwas dabei. Oft essen wir ihn auch einfach blank.

Wir wünschen guten Appetit und einen schönen Dienstag! 🙂☀️🦋

Karfreitag mit Holundersekt

Es ist Karfreitag.
Mal wieder.
Diesmal haben wir vorgesorgt.
Die kollektive Tristesse und Selbstkasteiung, die sich bei vielen gläubigen Christen aus unserer Umgebung über den Tag legt, machen wir nicht mit. Dennoch triggert sie.
Traurigkeiten gibt es in unserem Leben schon genug. Im Jahr 2017 lassen wir uns nicht mehr vorschreiben, wann wir etwas zu tun und zu lassen haben, schon gar nicht von einer Religion.
Die Emotionen sind aufgewühlt.
Lange genug haben wir um diese Feiertage gehungert, weil wir damit auf die bevorstehenden Rituale vorbereitet wurden.
Heute Morgen gab es Kakao für die Kleinen.
Später ein Glas Holundersekt für uns alle.
Wir haben überlebt.
Wie leben.
Und das tun wir so, wie wir es wollen! 🙂

Honig zum Frühstück

Dieser Tag begann eigenartig.
Wir waren uns eigenartig nah und das schon ganz kurz nach dem Aufwachen.
Die letzte Zeit habe ich oft geglaubt ich hätte mich selbst und all die anderen im Stress-Watte-Überforderungsnebel verloren. Nur noch eine. Die anderen futsch.
Heute Morgen war es dann plötzlich anders. Einfach so. Über Nacht.
Die Stimmen in mir waren klar und deutlich wahrnehmbar.
Ebenso deutlich war auch mein Körper spürbar. Meine Haut. Meine Grenzen.
Lange schon können wir nicht oder kaum etwas essen. Wir versuchen es so gut es geht, um unseren Körper nicht völlig auszulaugen. Als ich die Guten-Morgen-SMS meiner Freundin las und durch den netten Gruß ein lächeln auf dem Gesicht hatte, stieg innen ein Wunsch auf.
Ein ferner Wunsch.
Ein Wunsch, den wir seit Monaten nicht mehr gedacht haben.
Frühstück.
Eine Kastanie mit Butter und Honig.
Und dann taten wir es einfach.
Wir gingen zum Gefrierschrank und tauten uns das Laugengebäck auf.
Fast meditativ fingen wir an die Butter darauf zu streichen und darüber den Honig zu verteilen.
Tee zu kochen.
Alle Angst, das Essen wieder nicht zu vertragen, wieder Übelkeit zu spüren, wieder massive Probleme zu bekommen trat für diesen Moment in den Hintergrund.
Und dann saßen wir an unserem kleinen Tisch im Wohnzimmer und nahmen den ersten Bissen und spürten.
Die eher raue Konsistenz der Kastanie. Den Butter. Wir rochen den Honig so herrlich süß.
Und es schmeckte. Es schmeckte so unglaublich gut. So unglaublich, unglaublich gut.
Und bei jedem Bissen, war so viel Dankbarkeit. Für diesen Moment. Dass es gerade möglich ist zu essen.
Dass wir überhaupt zu essen haben. Für alles.
So viel Freude in den kleinen und großen Herzchen in unserer Brust.
Nur wir und unsere Honigkastanie.
Ein kleiner Kosmos.
Voller Frieden und Ruhe.

Innenkindfreude

Ganz zart und glücklich schob sich ein Gefühl in meinen Kopf.
„Wir essen nachher etwas.“, stellte das Innenkind überglücklich fest.
Erstaunt über diese große Freude wegen der Tatsache, dass wir etwas essen, horchte ich genauer nach innen.
„Na, wir essen nachher Knödel. Wir müssen heute gar nicht hungern. Wir dürfen einfach essen.“, hopste es fröhlich weiter.
Angesteckt von dem Glück und der Freude, die dieses Innen verbreitete, stellt sich auch für mich einen Moment lang Wohlgefühl ein.
Wir genießen es. Gemeinsam.
Manches scheint so selbstverständlich und hat doch so große Bedeutung…

Wenn die Hüften Träume speichern…

„Wenn Frauen Essen wirklich genießen wollen, muß es zu einer der unbefangen erlebten, sinnlichen Freuden des Lebens werden. Durch gutes Essen sorgen Frauen auf der elementarsten Ebene für sich Selbst.“
(Dr. Karen Johnson)

Wir beschäftigen uns im Moment viel mit Ernährung, um zu heilen. Da finden wir das vorangegangene Zitat sehr wahr und passend. Wir stellen immer wieder fest, dass einfach nichts mehr geht, wenn wir nicht essen können und wie viel es grundlegend auf allen Ebenen verbessert, wenn wir auf dieser Ebene gut für uns sorgen.
Und folgendes Zitat zum Thema fanden wir einfach wunderschön und so wertschätzend:

„Übergewicht ist ein Speicher für Träume. Es gibt einen Mythos über das Speichern von Zeit. Primitive Kulturen speichern Vorräte für den Winter. Wir legen auf den Hüften Zeitspeicher an.“
(Paulanne Balch, M.D.)

Was für eine tolle Vorstellung, dass jedes Pfund nur ein wunderschöner Traum ist, der noch gelebt werden will und für den man sich die Energie schon mal vorab beiseitegeschafft und gespeichert hat… 🙂

Schnelles Ofengemüse mit Feta

Copyrigth by "Sofies viele Welten"

© Copyrigth by „Sofies viele Welten“

Heute kam ich erst ziemlich spät von der Arbeit nach Hause.
Den ganzen Tag gab es keine wirkliche Gelegenheit etwas zu essen und so musste noch etwas warmes zu essen her, dass aber schnell und einfach geht, weil meine Couch auch schon so verlockend nach mir rief.

Im Ofen landete die Geüsepfanne vom Foto und schmeckt total gut. 🙂

Einfach das Gemüse klein schneiden.
In meinem Fall waren es:
– Zwiebeln
– Eine Knoblauchzehe
– Etwas Ingwer
– Tomaten
– Paprika
– Champignons
– Kartoffeln (Kürbis geht auch super!)
– Eine kleine Zucchini

Etwas Olivenöl darüber geben, mit Salz, Pfeffer, Gemüsebrühe würzen, den Feta oder Ziegenkäse darüberbröseln und ab in den Ofen. Nach ca. der Hälfte der Kochzeit im Ofen einmal umrühren.
Klappt auch super in der veganen Alternative ohne Käse oder auch mit selbst gemachtem Cashewnuss-„Käse“, wenn man keinen Feta mag.

Nach ca. 45 Minuten ist das Gericht dann fertig und wirklich lecker!

Das Gemüse kann man nach eigenem Belieben jederzeit verändern.

Das ursprüngliche Rezept, gab es mal in einer „Chefkoch“-Zeitschrift. Mittlerweile hab ich’s schon in allen möglichen Varianten probiert und es gelingt wirklich immer.