Sandtherapie für die Kleinen

Im Moment sind wir therapeutisch mal wieder an einem recht kniffligen Punkt. Das Anspannungslevel ist extrem hoch. Um gewisse Probleme lösen zu können, muss mit den Kleinsten im Innen gearbeitet werden. Dafür braucht es altersgemäße Zugänge jenseits von Sprache und Logik. Das ist gar nicht so einfach. Auf eine neue Idee sind wir über eine Ergotherapeutin gekommen – Knetsand. Sie erzählte uns, dass sie gerne mit Kindern damit arbeitet, um sie emotional zu beruhigen. Was für Außenkinder gut ist, kann für innere Kinder ja auch nicht schlecht sein, dachten wir uns und haben uns kurzerhand etwas Therapiesand zugelegt.

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Abend süß-sauer 😊

Mein Mund zieht sich vor Säure zusammen. Schief verziehe ich das Gesicht und kräusle dabei die Stirn. Während ich einen Schluck aus der Wasserflasche nehme, merke ich, dass selbst die Zähne sich von dem sauren Geschmack stumpf anfühlen. Im Gesicht entwickelt sich Hitze. „Hui.“ Damit hatte ich nicht gerechnet. Rahbarberkompott schmeckt also nicht ohne Zucker. Hätte ich in eine frische Zitrone gebissen, wäre der Effekt nicht anders gewesen, außer, dass ich mich darauf einstellen hätte können. Da habe ich die rot-grünen Gemüsestangen wohl unterschätzt. Unvorhergesehener Weise bin ich jetzt hell wach und orientiert. Es sieht ganz danach aus, als kann man sich Skills auch zubereiten. „Eine Portion Orientierung aus dem Kochtopf, bitte.“ Da ich allerdings für den Moment genug davon habe, dosiere ich mir ordentlich Zucker nach. Ich schmecke dann doch lieber die Süße des Lebens, wenn ich Desserts esse.

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Kaffeplauderei

Die Kaffeemaschine rumpelt hart und ungemütlich in meinen Ohren, als ich mir den ersten Kaffee des Tages zusammenbraue. Das Geräusch lässt mich aufwachen, noch bevor ich einen Schluck nehmen kann. Ob das der Sinn der Sache sein kann? 🤔 Ein Esslöffel Amarettosirup und reichlich Milch vollenden mein morgendliches Heißgetränk. Vorsichtig bewege ich die Tasse Richtung Tisch. Um ein Überlaufen zu verhindern schlürfe ich etwas davon ab. Der „eklige Kakao“ stößt innen vor allem bei den kleinen Körpermitbewohnern eher auf wenig Begeisterung. Geschmackssachen sorgen manchmal durchaus für inneren Gesprächsstoff.

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Innerer Klassenkampf

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Manchmal, wenn wir still auf unserem Bett sitzen, die Beine eng an die Brust gezogen, die Haare streichelnd auf den Schultern spürend, wenn ein weites Nachhemd unseren Körper umspielt und unsere Zehen sich vor der Kälte in seinem Saum verstecken, dann kommen wir für einen stillen Moment mitten in der Nacht ganz bei uns an und die Stille wird schreiend laut. Sie schreit von den entsetzlichen Ungerechtigkeiten und der Stigmatisierung. Weiterlesen

Arbeitsanfang und Einheitsfrei

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Der zweite arbeitsreiche Tag an neuer Stelle ist vorbei. Ich sitze endlich gemütlich zu Hause und bin einfach nur froh. Von 9 bis 18 Uhr mit fremden Menschen zusammen zu sein, fordert extrem viel Kraft. Gestern war ich fix und alle und fiel direkt ins Bett. Zum Glück ist morgen erst einmal Tag der deutschen Einheit und damit frei! Die Zeiten bleiben auch nicht so und ab nächster Woche sind die Stunden besser auf verschiedene Tage verteilt. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen den morgigen Feiertag dafür zu nutzen den Balkon winterfest zu machen und ein paar Herbstblümelein einzupflanzen. Ins Gartencenter habe ich es heute allerdings nicht mehr geschafft. Dafür waren wir viel zu k.o. So bin ich einfach stumm winkend daran vorbeigefahren und werde wohl erst am Wochenende mal rein schauen. Etwas buntes Leben fehlt mir auf dem Balkon derzeit doch sehr, nachdem die Sommerblumen alle weitestgehend abgetrocknet sind.
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Umgang mit „fremden“ Gefühlen

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Nicht selten passiert es mir, dass ich mit inneren Gefühlen konfrontiert bin, die ich zunächst nicht zuordnen kann. Heute geht es mir schon den ganzen Tag so. Als Alltagsperson fühle ich verhältnismäßig gut. Eigentlich dürfte dieser Montag recht ruhig verlaufen und keine größeren Probleme bereit halten. Von Zeit zu Zeit schieben sich aber „Gedanken“ in meinen Kopf, mit denen ich so gar nichts anfangen kann. Ich nehme Innenpersonen übrigens häufiger über „meine“ Gedanken war und fühle mich nicht zwingend permanent angequatscht. Am Anfang meiner Therapie und des inneren Kennenlernens, war der innere „Gedankenaustausch“ auch die vorherrschende Kommunikationsmethode. Oft genug, dachte ich, es wären meine eigenen Gedanken, auch wenn ich nicht wusste, wieso ich so denke. Aber das nur am Rande. Ich wollte also gut gelaunt in den Tag starten, als ich plötzlich die totale innere Verzweiflung spürte. „Hä!? Was ist denn jetzt los?“, fragte ich mich im stillen, weil ich diesen starken Ausbruch so gar nicht einordnen konnte. Mir geht es ja immer noch gut, während parallel in meinem Kopf der Untergang tobt. Einer bestimmten bekannten Innenperson kann ich die Not nicht zuordnen. Ich überlege, was ich nun am besten mache.
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Pizzakommunikation für Viele

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Der Sonntag beginnt sonnig und mit großer Dankbarkeit.
Kurz vor Ablauf einer wichtigen Frist beim Finanzamt, haben mir Innenleute geholfen eine Stellungnahme fertig zu schreiben. Vorab habe ich doch ziemlich geschwitzt, weil ich mich einfach nicht ran setzen konnte, so sehr ich es auch wollte. Unerledigt hätte das vermutlich in finanzieller Hinsicht negative Konsequenzen gehabt.
Insofern schonmal „Puh… durchatmen.“

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Frühjahrstaugeschichten

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Es ist früh am Morgen, als mich die Sonne weckt und hinaus in den Garten zieht. Der Tau steht noch in den Gräsern. Die Katze füselt eifrig im frisch gemähten Gras. Die erste Tasse Kaffee trinke ich auf der Bank vor dem Haus. Bald wird in meinem Ich das Wir spürbar wacher. In der Wiese werden die Halme mit ihren silberglitzernden Wasserperlen aufmerksam beäugt. Je länger der Tag andauert, umso mehr regt sich auch in der Nachbarschaft.
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Erzähl dir deine Geschichte

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Die Abende sind lang und finster. In der Jahreszeit hängen viele schwierige Erinnerungen. Der beste Grund, um uns eine schöne Geschichte zu gönnen. Wir werden uns heute vorlesen und kindliche Momente gönnen, damit unsere Seelen wieder bei uns ankommen. Im Innen lodert bereits der imaginierte Kamin. In Decken gekuschelt hören wir uns gegenseitig zu und lauschen dem inneren Wissen.

Wir wünschen euch einen schönen Abend!

„Da müssen Sie ein inneres Team bilden“

…sagte die Therapeutin.
„Die Idee ist gut!“, denke ich und frage mich gleichzeitig, wie das funktionieren soll.
Nicht, dass es das erste Mal wäre oder, dass ich das noch nie versucht hätte, aber in Bezug auf bestimmte Alltagsaktivitäten bekomme ich das einfach nicht hin. Letztendlich bin es doch immer ich, die diese Dinge übernehmen muss und mir fehlen dafür derzeit langsam einfach die Kräfte, so dass ich Unterstützung gut gebrauchen könnte.
Aussagen wie: „Irgendjemand ist immer da, der dann übernehmen kann.“ oder „Wer da innen von euch kann das denn? Eine/Einer innen kann das immer.“ bringen mich auch nicht weiter, wenn ich nunmal „den Einen oder die Eine“, die das Problem lösen könnte, nicht finden kann. Im Gegenteil, gerade lassen sie mich eher (Ver-)Zweifeln.
„Wenn das bei Multiplen so funktioniert…“ denke ich, „…dann kann ich nicht viele sein.“ Manchmal wird der Gedankengang dann von Sätzen ergänzt, wie: „Ist ja logisch, wenn du die anderen nur spielst, dann können sie auch kein Team bilden, weil sie ja gar nicht da sind.“
Und schon haben die (sicher tätergewollten) Zweifel wieder einen Fuß in der Tür, wo sie gar keinen haben sollen, weil ich ja eigentlich mittlerweile weiß, dass ich viele bin. Ich versuche sie wegzuwischen und mich nicht darauf einzulassen.
Dennoch, es frustriert mich langsam die Geschichten von gut funktionierenden Alltagsteams zu hören und gleichzeitig bewundere ich das.
Wie um alles in der Welt funktioniert das!?
Wo bekomm ich sowas her!?
Was macht man, wenn sich bei allen Bemühungen keiner finden lässt, der eine bestimmte Aufgabe übernimmt!?
Ich finde es jedesmal faszinierend, wenn meine Therapeutin davon erzählt, wie andere das machen. Dass sie sich z.B. die Arbeit aufteilen, wenn es um bestimmte Anrufe geht. Dass sie das einfach innen so abgesprochen haben und dass das dann gut funktioniert.
Ich staune und grüble…
Wenn ich äußere, dass ich etwas nicht kann oder überfordert damit bin kommt meist sofort diese Frage, wer das denn dann kann. Denn „Irgendjemand innen kann das immer.“ Das sind die Aussagen, die ich höre und doch sind sie von meiner Realität recht weit entfernt.
Und ich Frage mich auch: „Stimmt das?“
Kann irgendjemand innen wirklich immer das, was ich nicht kann? So gesehen müssten Menschen, die viele sind dann ja die totalen Genies sein, weil sie alles können.
Und wenn es stimmt und da innen vielleicht ja sogar jemand ist, der das könnte, was ich nicht kann, dann heißt das ja noch lange nicht, dass ich immer den Zugang finde, oder!?
Ich werde wohl noch etwas weiter suchen und mit meinen derzeit verfügbaren Innens nach für uns praktikablen Lösungen Ausschau halten müssen.
Ich bin gespannt…