Von der Gefühllosigkeit des Unfassbaren

Im Leben nach dem Ausstieg aus organisierter und ritualisierter Gewalt gibt es sicher viele Gründe weshalb trotz verheerender Erinnerungen nach außen nur eine rationale Fassade tritt. Ganz vorne bei den Erklärungsansätzen sind beispielsweise die Auswirkungen der dissoziativen Spaltung. Heute wollen wir euch von einer Situation in der Therapie erzählen, die diese Taubheit von einem anderen Blickwinkel betrachtet.

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Einmal Heimat und zurück

Wie so oft, ist es noch ziemlich finster, als ich anfange zu tippen. Ohne das in irgendeiner Form zu forcieren, hänge ich anscheinend vor allem in den Tagesübergängen unseren Gedanken nach und bringe sie zu Papier. Durch die angelaufenen Fensterscheiben verschwimmt das Morgenrot. Draußen ist es kalt. So kalt, dass selbst die Katze ihren Morgenspaziergang nach fünf Minuten beendete und zurück ins Bett kroch. Ich genieße die Ruhe. Langsam kehrt das Gefühl in meiner Brust wieder, auch wenn es immer noch taub über den Abgründen wabert.

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Ein Weihnachtsmorgen

Es ist noch grau finster, als ich die Augen aufschlage. Die Katze möchte nach draußen. Vermutlich wird sie ihr Näschen nur eher kurz hinausstrecken. Aufstehen lohnt sich kaum. Regentropfen rollen die Fenster hinunter. Meine Tränen warten auf Januar.

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Schöne Geschichten und echtes Leben

Draußen ist es bereits dunkel. Leichter Nebel verzerrt das Licht der Straßenlaterne vor unserem Fenster. Wir denken nach. Vor allem über schöne Geschichten von gelungenen Heilungswegen und überwundenen Krisen. Aber wann ist man eigentlich selbst an dem Punkt? Wann darf man sagen, dass man trotz verheerender Vergangenheit auf einem guten Weg ist?

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Expecto Patronum

Es gibt wohl tatsächlich derzeit nichts, was wir uns mehr wünschen würden, als einen Patronus-Zauber, der uns vor den dunkelsten Momenten bewahrt. Ein bisschen Licht, aus den glücklichen Stunden unseres Lebens, das die Hölle erträglicher macht. Wir sind mit unseren Kräften am Ende. Physisch und psychisch. Für viele Tage war es uns nicht möglich auch nur ansatzweise aufzustehen. Eine maximale Erschöpfung drückt uns nieder. Nach drei Schritten sind wir so kaputt, dass wir außer Atem geraten und uns wieder setzen müssen. Jeder kleine Reiz verursacht schmerzhafte Übererregung im Gehirn. Suchtdruck stellt sich ein. Alkohol, Zigaretten, Drogen… egal. Es kostet die letzten Kapazitäten keinen dieser Wege zu gehen.

All das kam mit seinen Extremen nach der letzen Konfrontation. Tränen brechen seitdem immer wieder schwallartig und unkontrolliert aus uns hervor. Dazu kommt, dass wir vermutlich in diesem Zustand entlassen werden. Die Klinikzeit geht zu Ende. Es gibt keine Verlängerung, weil das der Therapeutin zu viel wäre. Ja, ihr. Nicht uns oder der Krankenkasse. Aber das steht nochmal auf einem anderen Blatt und würde als Thema für einen eigenen Beitrag reichen.

Im Moment bleibt uns nur zu hoffen, dass wir nicht an die Wand konfrontiert wurden und sie tatsächlich weiß, was Sie tut. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. „Expecto Patronum“, flüstere ich und wiege mich selbst im Arm. „Expecto Patronum, kleine Sofie.“

Klinik – Die ersten Tage

Mittlerweile sind wir gut in der Klinik angekommen. Viel können wir noch gar nicht erzählen. Die Abläufe spielen sich erst langsam ein und die ersten therapeutischen Stunden laufen an. Trotzdem wollten wir ein kurzes Update hier lassen. 😊

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Klinikendspurt

So nun ist es bald so weit.
Ab Mitte Februar gehen wir zum ersten Mal in eine Klinik zur stationären Traumatherapie. Wir sind gespannt, wie das für uns sein wird. Vorab gibt es nun aber erst einmal noch jede Menge zu organisieren. Weiterlesen

Die Bedrohung aus dem Unbewussten

Es sind nicht unsere bewussten Emotionen, Gedanken und Erinnerungen, die zu einem Problem für das Leben werden.

Es sind die unbewussten grausamen Erfahrungen unserer Seele, die jederzeit im Stande sind uns umzubringen.

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Die Sache mit dem Samen

soap-bubble-1986657_1920Ausnahmsweise werde ich hier einmal in eine tiefere Betrachtung eines Rituals einsteigen, das in einigen Gruppierungen praktiziert wird. Dabei ist der Sinn des Beitrages keine voyeuristische Beschreibung desselben, sondern lediglich das Sichtbarmachen unserer inneren Auseinandersetzung mit der Thematik. Dafür ist es in diesem Fall nötig einige Fakten klar zu benennen.

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Wintersonnenwende reloaded

21.12.2018
Es ist Nacht.
Genau genommen kurz nach Mitternacht,
als wir aus dem kurzen Schlaf hochschrecken und denken wir müssen sterben. Der Kreislauf kollabiert. Das Herz rast. Erst vor einer halben Stunde hatten wir uns hingelegt. Nun ist die Nacht vorbei. Wir kämpfen schweißgebadet in unseren Sicheren vier Wänden ums nackte Überleben. Immer wieder sacken wir in kurze Ohnmacht. Irgendwann wissen wir nicht mehr was die Panik macht. Lässt die körperliche Ohnmacht die Panik aufkommen und das Herz rasen, rast das Herz aus Angst vor der Ohnmacht oder werden wir vor Angst ohnmächtig!? Wir beten, dass der Zustand keine körperliche Ursache hat. Gegen morgen beruhigen wir uns etwas und schlafen erschöpft ein.
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