Flashbacks nach dem BASK-Modell einordnen

Gestern las ich auf dem Blog von Jean in englischer Sprache einen interessanten Beitrag dazu, wie sie Flashbacks nach dem sogenannten BASK-Modell genauer einordnen kann. Mir war dieses Modell bislang aus der Traumakonfrontation bekannt und ich habe schon das ein oder andere mal damit gearbeitet, um Erinnerungen zusammenzusetzen. Allerdings habe ich es bislang nie dafür genutzt die verschiedenen Ebenen von Flashbacks zu verstehen. In diese Richtung war ich irgendwie betriebsblind. Weil das für uns durchaus Sinn macht und uns nochmal half etwas einzuordnen, greifen wir dieses Thema in diesem Beitrag auf und ergänzen in deutscher Sprache den wirklich sehr aufschlussreichen Artikel von Jean um unsere Sichtweise.

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Einmal Heimat und zurück

Wie so oft, ist es noch ziemlich finster, als ich anfange zu tippen. Ohne das in irgendeiner Form zu forcieren, hänge ich anscheinend vor allem in den Tagesübergängen unseren Gedanken nach und bringe sie zu Papier. Durch die angelaufenen Fensterscheiben verschwimmt das Morgenrot. Draußen ist es kalt. So kalt, dass selbst die Katze ihren Morgenspaziergang nach fünf Minuten beendete und zurück ins Bett kroch. Ich genieße die Ruhe. Langsam kehrt das Gefühl in meiner Brust wieder, auch wenn es immer noch taub über den Abgründen wabert.

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Alltagswochenende und Traumaselbst

Ich sitze erschöpft im Sessel. Der Melissentee in meiner Tasse dampft. Langsam und vorsichtig schlürfe ich ein bisschen davon. Seine Wärme streichelt meine Seele. Vom Balkon zieht es kühl herein. Die Katzen spielen vor dem Fenster fangen. Während in kleinen Schlucken der Tee meine Kehle hinunterfließt beginnt mein Magen sich zu entspannen. Fast ist es so, als habe er nur darauf gewartet, dass sich jemand um ihn kümmert. Im Kopf ziehen die Bilder. Mein Nervensystem ist überlastet. Wenn es könnte, dann würde es wohl die Erinnerungen auskotzen. So aber krümmt sich nur der Magen. Manche Erkenntnis tut bitter weh.

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Rechtsschutz und andere Unsicherheiten

Ich sitze hier und grüble über dem Angebot einer Rechtsschutzversicherung. Irgendwie war mir die letzten Wochen so, als könnte es nicht schaden, mich diesbezüglich abzusichern. Zwar habe ich derzeit weder einen Streitfall, noch stehen mir irgendwelche besonderen Anlässe dafür ins Haus. Mein Bedürfnis möchte sich lediglich geschützt wissen, falls mal etwas wäre. Vermutlich wurde die Situation davon angestachelt, dass ich nach dem Klinikaufenthalt im Frühjahr zu nichts mehr im Stande war und die Auseinandersetzung mit Ämtern, Krankenkassen und anderen Leistungsträgern, meine Nerven strapaziert.

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Flashbacks, Jetztzeiterleben, Täterkontakt?

Gestern Abend saß ich auf meinem Bett und versuchte es mir etwas gemütlich zu machen. Der Tag war extrem anstrengend und von starker Dissoziation zerklüftet. Wir machten uns ein Hörbuch an und begannen nach Bastelanregungen im Internet zu suchen. Je mehr wir rein äußerlich entspannten, umso mehr schoß vom Geschehenen ins Bewusstsein und plötzlich war ich mitten drin. Ich hatte das Gefühl, dass mich genau in diesem Moment jemand in meiner Wohnung berührt, streichelt und schließlich vergewaltigt. Kurzzeitig konnte ich diese Person so real vor mir sehen, als wäre sie tatsächlich da gewesen. Nicht vor 10 Jahren, nicht gestern, sondern just in diesem Moment.

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Scheinpsychosen und Feiertage

Feiertage sind für Überlebende ritualisierter Gewalt prädestiniert dafür zu scheinpsychotischem Erleben zu führen. Die Symptome sind jedoch meist nicht durch eine tatsächliche Psychose bedingt, sondern vielmehr durch Flashbackzustände hervorgerufen. Durch die Fragmentierung der Ursprungserinnerung mögen dann die im Bewusstsein auftauchenden Teile aus dem Zusammenhang gerissen zwar wirr und surreal wirken, sind es jedoch in ihrer Entstehung nicht. Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit Überschneidungen und Unterscheidungen von Traumafolgen und psychotischem Erleben.

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Ein Feuerwerk für die Heilung

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Wir heilen.

Das ist es Wert jedes Jahr gefeiert zu werden.

Weil wir hier sind – trotz allem.

Ursprung des Zitates unbekannt

Halluzinationen und Feiertage

Als wir gerade den Kommentar von Lunis zu unserem letzten Beitrag beantwortet haben, entstand in uns der Wunsch noch einmal einen extra Beitrag über Halluzinationen, bzw. Flashbacks an Feiertagen zu schreiben. Mit Halluzinationen meinen wir hier natürlich keine klassisch psychotischen, sondern erinnerungsbedingte Wahrnehmungsverzerrungen. In den Jahren unseres Ausstiegs und der Auseinandersetzung mit den Traumata mussten wir uns mit so einigen Phänomenen umherschlagen, bei denen wir oftmals Angst hatten den Verstand zu verlieren. Passiert ist das allerdings Gott sei Dank nie.
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Holocaustleugnung und rituelle Gewalt

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Der Holocaust stellt eines der unumstößlichsten geschichtlichen Ereignisse unserer Zeit dar. Er ist historisch bestens belegt. Zeitzeugen berichten noch heute von ihren Erfahrungen in den Konzentrationslagern. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen zweifelsfrei die Richtigkeit. An der Tatsache des zweiten Weltkrieges gibt’s nichts zu rütteln. Oder doch!?
Tatsächlich gibt es eine gar nicht so kleine Anzahl von Menschen, die den Genozid ganz oder zumindest teilweise leugnet. Untermauert werden die Thesen der Leugner von (pseudo-)wissenschaftlichen Studien. Woher kennen wir das als Traumaopfer nochmal? Richtig, von der „False-Memory“-Bewegung. Einziger Unterschied: Missbrauchte, vergewaltigt und gefolterte Frauen in den Dreck zu ziehen ist im Gegenteil zur Holocaustleugnung nicht strafbar. Aber nun zunächst zurück zur Historie.
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Freigeist trifft Baumgeist

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Frei wie der Wind saßen wir als Kind oft in einem alten Baum. Wir genossen die Erholung in der Natur. In seinen Astgabeln fühlten wir uns nie alleine. Er war stark und hörte zu. Im Sommer verschwanden wir vollständig unter seinem Blätterdach. Niemand konnte uns sehen. Unter seinem Schutzmantel fühlten wir ein Stück Geborgenheit. Er war ein guter Freund. Wenn die Männer nach uns suchten, machte er uns unsichtbar und unerreichbar. Er tröstete uns über manche Wunde hinweg. Von ihm fühlten wir uns verstanden.
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