Dissoziative Gedanken und hopsende Tätigkeiten

Wir hängen im Sessel rum und schauen unwichtiges Zeugs auf YouTube. Der Unterhaltungswert ist mehr als ermüdend. Etwas besseres fällt uns entweder nicht ein oder ist uns zu aufwändig. Die Gewitterstimmung spannt noch immer die Luft. Ein Spaziergang kommt aktuell also eher nicht in Frage. Wir sind dankbar für jeden Regentropfen, der etwas von der Ladung wegwäscht. Wie schön wäre es, wenn er auch die innere mitnehmen könnte. Unser Kopf ist voll wie lange nicht. Der kathartische Tränendurchbruch bleibt jedoch aus. Stattdessen hüllt sich die Gedankenflut in überfordertes Schweigen.

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Switchy Sunday

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Alles ist grau. Die Welt draußen und die morgendüstre Zimmerstimmung. Im Blumenkasten glitzert eine kleine Lichterkette. Das macht den Tag nicht heller, aber zumindest hat er Lichtpunkte. Mein Mund fühlt sich etwas pelzig an. Nach dem Zähneputzen vergeht das. Gedanken an Arbeit lenken von der sonntäglichen Morgenruhe ab. Mein Rücken schmerzt. Gerade noch wollte ich einfach nur für mich schreiben. Jetzt fluten andere Aufgaben meinen Kopf und bringen mich weg, von dem Gefühl einfach nur bei mir sein zu können. Also erledige ich, was zu erledigen ist und kehre dann mit leicht schielenden Doppelbildern zu mir zurück. Mein Körper findet der Stress ist zu viel. Die unterdrückte Anspannung lies mich die letzten beiden Tage kotzen und heulen. Immerhin – mit jedem mal Erbrechen wurde der Kopf leichter und der Schmerz ging etwas zurück. Nein, das ist kein Lob für den Mechanismus Druck durch Kotzen abzubauen. Es hat sich einfach so ergeben. Heute bewegen wir uns auf einem schmalen Grad zwischen leichter Stimulation und totaler Überforderung. Der Input wird schnell zu viel. Ganz ohne ist es aber auch nichts. Deshalb füttern wir die Synapsen in einem Drahtseilakt mit möglichst positiven Reizen.
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