Nachtlieder

Heute Abend waren wir auf einem Konzert. Müde fallen wir gerade auf unser Bett. Die Fußballen schmerzen von den hohen Schuhen. Schön war‘s und lustig. In uns hallen die Stücke nach. Manche Ohrwürmer singen fleißig um die Wette. Ich reiße mich von der gemütlichen Schlafstätte hoch, um die Tiger zu füttern. Als ich die Blasen an den Füßen spüre, überlege ich kurz, ob „Highway to Hell“ ein passender Soundtrack für mein Vorhaben wäre. Statt dessen platzt „Schön ist es auf der Welt zu sein“ aus mir hervor. Ok, dann eben optimistisch an die Arbeit. Ich muss schmunzeln, während  die Kleine vor sich hin trällert.  Es dauert nicht lange, bis ich Mühe habe nicht im Stehen einzuschlafen. Ich räume noch ein paar Sachen weg und sinke müde auf die weiche Matratze. Schnurrend gesellt sich die Katze zu mir. Gemeinsam gleiten wir in das Traumland. Vielleicht sind wir grade nicht mit Nelcklein bedacht oder mit Rosen bedeckt, aber wir schlüpfen unter die Decke und schlafen selig und süß. Im Ohr klingt dieses Nachtlied und eine Vorstellung vom Traumpradies.

Von der Wahrheit in Träumen

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Ich nehme mit dem Strohalm eine Schluck aus meiner Eisschokolade. Der Sonnenschirm ist längst zugeklappt. Es wäre ohnehin bereits schattig. Ein kühler Wind lässt mich im kurzen T-Shirt leicht frösteln. Die langen weißblühenden Astausläufer der Hecke wiegen sanft im Luftzug. Lila glitzert der Lavendel zu uns herüber. Die durstigen Pflanzen schlürfen mit ihren langen Wurzeln das Gießwasser aus der Erde, während ihnen die Vögel ein Nachtlied singen. Bald wird der Tag auch für uns zu Ende sein. Dann schlafen wir ein und betreten eine „traumhafte“ Welt.
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Gute Nacht und Elfenträume

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Wir waren den ganzen Tag unterwegs, um allerlei zu besorgen.
Bis spät in den Abend haben wir Blumen und Krauter ein-, beziehungsweise umgetopft. Für heute sind wir mit dem Ergebnis zufrieden. Nun haben wir müde Glieder. Leicht fröstelnd schlüpfen wir unter unsere Bettdecke. Die Muskeln genießen die Entspannung und die angenehme Wärme. Selbst an den gewaschenen Händen riechen wir letzte Duftüberbleibsel der feuchten Gartenerde. Der Rosmarin verströmt ein zartes Aroma.
Es wird nicht mehr lange dauern, dann fliehen die Eindrücke des Tages und wir sind eingeschlafen.

Wir wünschen allen Blog-Lesern und -Leserinnen
eine gute Nacht mit wunderschönen Träumen!
Und wer weiß….!?
Vielleicht hüpft in der Traumwelt ja auch die ein oder andere Gartenelfe vorbei… 🧚🏻‍♀️

Herzeis im Aprilschnee

Zarte Schneeflocken taumeln vom grauen Aprilhimmel und bedecken mit weiß-wässriger Schicht das zarte Grün und die roten Tulpen und die gelben Narzissen und alles was schon angefangen hatte zu leben unter ihrer schmelzrig, fragilen Eisigkeit. Die feinen hellen Triebspitzen der Bäume scheinen sich nicht über das Kalt zu wundern, mit dem sie begrüßt werden. Von Zeit zu Zeit schütteln sie sich ein bisschen im Wetterschauspiel und schaffen sich damit Platz unterm Schneematsch, der plump zu Boden fällt und sich von dort aus überlegt, ober er nun ganz tauen mag oder in seiner weißklumpigen Gestalt noch etwas auf der Erde verweilt.
Hinter den Wolken sieht es nach Sonne aus und unter dem Schnee nach grünem Leben.
Meint man.
Wir fühlen uns etwas wie die zarten Pflänzchen im Garten, die gerade voll Mut damit begonnen hatten ihre Spitzchen doch wieder wachsen zu lassen und darauf hofften, dass jetzt die Sonne und das Leben kommt.
Es war Urlaub, es war frei, es gab Zeit, Menschen und Situationen, die uns wie die Sonne waren, die uns aus unserer Hülle lockte. Die Seele atmete schrittweise erst kleine, dann größere Luftzüge und vergaß dabei zeitweiße das erstickende Blau, das der Alltag und die Erinnerungen ihr oft überzogen. Sie lachte.
Beim Augenaufschlag heute Morgen war dann plötzlich alles anders.
Wie das Wetter.
Der Tag begann mit einem „Ich kann nicht mehr“.
Um unser Herz war es, als hätten uns die Schneeflocken mitten in die Seele geschneit und fröstelnd alles Lebendige zugedeckt. Das Bunt der letzten Tage in uns schien plötzlich grau wie der Himmel.
Tränentropfende Einsamkeit lag auf unserer Gefühlswelt.
Nichts macht Sinn, alle haben uns vergessen, keiner mag uns…
Unser Zustand ebenso wenig erklärbar, wie die Wetterwechsel im April.
Innere Getriebenheit.
Wir fühlen nicht nur einfach so, wir können gar nicht anders.
Wenn Emotionen plötzlich umschwenken und in uns nicht weichen wollen, trotz aller logischer Erklärungen aus der Gegenwart, trotz allem gesehen werden, trotz aller Ablenkung und wir dennoch das Gefühl haben, wir zerfetzten an einem Umstand, ist allzu oft das Trauma am Werk.
Gerade weiß ich nicht, was es in uns diesmal hat schneien lassen und den Wintereinbruch im Frühjahr brachte.
Ich weiß, dass Ostern ist, dass ich geträumt habe, ehe ich aufgewacht bin, wenn auch nicht mehr genau was und dass die Vergangenheit heute mit Bildern und Emotionen sehr eindrücklich an unsere Gegenwartstür klopft.
Ich weiß, dass wir bei allem was wir erlebt haben oft Schwierigkeiten mit unserer Umwelt haben und manche Dinge einfach nicht gut können.
Genau so ist es aber auch die Umwelt, die uns beeinflusst und es uns oft schwer und manchmal auch leichter macht.
Allzu oft ist es nicht leicht dann abzuschätzen, ob der Auslöser in uns oder im Außen, allein in der Vergangenheit oder in der Gegenwart oder in beidem liegt.
Vielleicht ist das aber auch gar nicht so wichtig, weil ohnehin alles zusammenwirkt.
Heilung heißt wohl auch in guter Beziehung zu sein.
Die Wolken werden nie ihr Potenzial verlieren es schneien zu lassen, auch nicht im Sommer. Ein Stück tragen sie die Tropfen in ihnen am Himmel entlang. Der Rest liegt an der Umwelt und was sie daraus macht.

Frühlingssonnensonnenschein

hasel-fruehlingWir sitzen an unserem PC im zartkühlen Luftzug, der vom Fenster herein weht.
Die Frühlingssonne scheint zurückhaltend warm auf unsere rechte Schulter.
Frau Katze streckt ihr kleines Näschen in den Wind, um die Welt mit ihren Geruchsaugen zu sehen.
Sie riecht das Frühjahr und hört die hellpiepsenden Vogelstimmen zwitschern.
Ihre Gedanken reisen und erkunden die Welt in derart bunten Tönen, wie sie der Wahrnehmung gewöhnlicher Menschen verborgen bleiben.

Ich spüre der Jahreszeit nach, in der wir uns befinden und lausche meinem Innen, dass so viel zu erzählen hat.
Nebliges Bunt.
Mir fallen Narzissen ein und Krokusse und wollig weiche Schafe.
Mein Herz beginnt zu träumen.
Liebevolles Schnurren begleitet die Reise in innere Welten.
Die Suche nach dem was war und dem was ist setzt sich fort. Sie wird zum Finden.
Im Gedanken fliegt eine Amsel über das Dach.
Der Wind bringt das neue Leben und die Sonne.

Neustart.
Mit neuer Energie.
Das Leben von vorn beginnen.
Es im Ursprung begreifen.
Frühling.

Lernblockaden und Adventsgedanken

Ich bin müde.
Meine Augenlieder wollen sich im gleichen Moment schließen, in dem ich den Deckel des Ordners zuklappe und widerwillig beschließe das Lernen für heute zu beenden, obwohl ich den Stoff nur halbwegs verinnerlicht habe. Für die Prüfung morgen muss es ausreichen.
Der Kopf ist voll…
… nur leider nicht mit schulischen Zahlen, Daten und Fakten.
Dass es nicht nur mir so geht, sondern auch die „ganz normalen“ Mitabsolventen unter dem Lernpensum stöhnen, erleichtert mich etwas. Es wäre also auch ohne meine Geschichte schon schwer, sich durchzubeißen. Ich, meine Reaktionen und die verzweifelte Überforderung sind nicht unnormal, wenn auch teilweise in einem anderen Ausmaß.
„Advent“, denke ich.
„Es ist Advent.“
Auf der einen Seite scheint es nur ein Gedanke zu sein, auf der anderen hallt er in meinem Kopf wieder und wieder, als müsste ich ihn begreifen. Weshalb genau in diesem Moment kann ich nicht fassen. Vielleicht hat er einfach darauf gewartet, dass ich etwas Zeit für Ihn habe.
Ich schaue ihm nach und den Bildern in meinem Kopf von der glücklichen Familie, wie sie im Bilderbuche steht und die Besinnlichkeit des Adventskranzes genießt, weil man das nunmal als guter Christ so macht.
Ich sehe das Flackern der Flammen der Kerzen bis mitten in der Besinnlichkeit die Hölle über uns hereinbricht, weil…
…ja weil man das nunmal als Mitglied einer diversen anderen Gruppierung so macht.
Was bleibt ist die Verwirrung.
Jesus meets Satan.
Und das nicht etwa im Widerspruch.
Zwei Welten, die nicht zusammen passen, ergänzen sich perfekt, bieten doch beide Rechtfertigungen und Erklärungen, warum man sich in einer bestimmten Art und Weise verhalten muss.
Wenn eine nicht ausreicht, um die eigenen Verhaltensweisen, Vorlieben und Perversitäten zu erklären – just mix it!
Dann bekommt selbst das sinnfreiste Sinn und jedes Verhalten findet seine Absolution.
Und die Verwirrung, die dabei bei dem Kind entsteht leistet ihre Dienste.
Zwei getrennte Welten.
Kinderseelen sehen mit ihrem Gefühl und der bloße Verstand sagt ihnen nichts, bis ihnen das Gefühl aberzogen wurde und nur noch die Gedanken der anderen gelten.
Im Denken fallen uns die Augen zu.
Es ist Nacht
und morgen ist Tag.
Es ist schwarz
und weiß.
Innen
und Außen.
Wir sinken in eine andere Welt, die im Traum nur uns gehört.
Stille Zeit.
Im Traum, da sind wir frei.

Wenn die Hüften Träume speichern…

„Wenn Frauen Essen wirklich genießen wollen, muß es zu einer der unbefangen erlebten, sinnlichen Freuden des Lebens werden. Durch gutes Essen sorgen Frauen auf der elementarsten Ebene für sich Selbst.“
(Dr. Karen Johnson)

Wir beschäftigen uns im Moment viel mit Ernährung, um zu heilen. Da finden wir das vorangegangene Zitat sehr wahr und passend. Wir stellen immer wieder fest, dass einfach nichts mehr geht, wenn wir nicht essen können und wie viel es grundlegend auf allen Ebenen verbessert, wenn wir auf dieser Ebene gut für uns sorgen.
Und folgendes Zitat zum Thema fanden wir einfach wunderschön und so wertschätzend:

„Übergewicht ist ein Speicher für Träume. Es gibt einen Mythos über das Speichern von Zeit. Primitive Kulturen speichern Vorräte für den Winter. Wir legen auf den Hüften Zeitspeicher an.“
(Paulanne Balch, M.D.)

Was für eine tolle Vorstellung, dass jedes Pfund nur ein wunderschöner Traum ist, der noch gelebt werden will und für den man sich die Energie schon mal vorab beiseitegeschafft und gespeichert hat… 🙂

Hoffen und Heilen

Hier sitzen wir vor unserer Haustür.
Die Luft ist kühl und doch warm.
Die Katze schnuppert an den Gräslein und freut sich über die neuen Gerüche als willkommene Abwechslung im Katzenalltag.
Auf der Straße joggt ein junger Mann vorbei, dessen Lungen alles andere als gesund klingen.
Die Naturgeisterchen sind noch wach und spielen im leichten Abendwind ihr Windspiel zwischen den Blättern und Blüten der Bäume und kleinen Sträucher.
Der Tag beendet sich langsam.
Die Natur ist wunderschön.
In ihr ist so viel Frieden. So viel Heilung.
„Es ist ein wunderbares Geschenk, auf dieser Welt sein zu dürfen!“, denke ich und schäme mich gleichzeitig, dass mir bei all der Schönheit um mich mein Leben grade so schwer fällt.
Mein Leben scheint oft so unerträglich und düster und ist so voller Angst, dabei wäre es so schön, wenn ich das Jetzt genießen könnte.

Ich lebe.
Das ist mehr als das, wozu ich kräftemäßig derzeit im Stande bin.
Weil der Körper schlapp macht. Weil meine Seele bittere Tränen weint.
Ich tu’s trotzdem.
Auch wenn ich grade nicht weiß wie.
Weil ich nicht sterben wollen würde um des Sterbens Willen, sondern nur um endlich von diesen Qualen erlöst zu sein.
Und dann kommt ein Funke, ein klein bisschen Hoffnung.
Dass es doch noch irgendwann anders sein wird. Dass ich irgendwann diese Schönheit glücklich genießen kann. Dass es irgendwann irgendwo auf dieser Welt Heilung für uns gibt.

Und dann Heilen wir.
Jeden Tag ein bisschen mehr.

Und wir fangen schon heute Nacht damit an.
Im Traum.
Endlich heil und ganz.

Erster Advent

Copyright by "Sofies viele Welten"

© Copyright by „Sofies viele Welten“ 

Los geht’s mit den Wünschen und Träumen für das erste Viertel im neuen Jahr… 🙂

Weihnachtswunschorakel

Nächstes Wochenende ist der erste Advent.
Heute habe ich deswegen die Suche nach einem Adventskranz begonnen.
Grün, soll er sein.
Rund.
Mit vier roten Kerzen.
Traditionell.

Ursprünglich war der Adventskranz ein uraltes Orakel für das kommende Jahr.
Jede Adventswoche stand für ein viertel Jahr im neuen Jahr.
Die erste Adventswoche für das erste Viertel im neuen Jahr
Die zweite Adventswoche für das zweite Viertel im neuen Jahr
Die dritte Adventswoche für das dritte Viertel im neuen Jahr
Die vierte Adventswoche für das vierte Viertel Im neuen Jahr
So wie die Wochen im Advent verliefen, so glaubte man, wurde dann auch die entsprechende Zeit im nächsten Jahr. Man machte sich deshalb so oft wie möglich schöne Träume und wünschte sich in den Wochen schon schöne Dinge für die entsprechende Zeit im kommenden Jahr.
Die rote Farbe der Kerzen  weist auf die fruchtbare rote Erdmutter hin. Schließlich sollen die Wünsche ja auch fruchtbar werden und auch das Grün der Tannenzweige zum „Jahreskreis“ gebunden steht für  das lebendige Leben, für das Wachsende und Werdende.

An diesem Brauch möchte ich dieses Jahr festhalten und mir in jeder Adventswoche eine wunderschöne Zeit im kommenden Jahr erträumen.
Bislang hab‘ ich leider noch nicht den passenden Kranz gefunden. Ich geh ihn nächste Woche finden und dann träum ich mich durch den Advent… 🙂