Regression bei DIS

Definition: Der Begriff Regression kommt ursprünglich aus der Psychoanalyse und bezeichnet das Zurückfallen eines Erwachsenen in eine bereits überwundene kindliche Entwicklungsphase.

Was sehen wir daran im Bezug auf eine DIS?
Richtig! Innenkinder haben nichts mit Regression zu tun.

Die Innenkinder bei einer DIS sind so alt, wie sie auch damals waren, als ihnen das Trauma passierte. Sie waren nie älter! Sie sind schon immer Kind oder Jugendliche oder junge Erwachsene. Tauchen sie sichtbar im Außen auf, fallen weder sie, noch die erwachsene Außenperson irgendwohin zurück. Sie sind einfach so, wie sie immer waren. Die erwachsene Außenperson hat mit den Innenkindern zunächst nicht mehr zu tun, als dass sie sich einen Körper teilen. Sie existieren getrennt voneinander. Ich bin als Außenperson vielleicht nicht mehr da, bzw. außen wahrnehmbar, wenn eine Kleine nach vorne rutscht, aber ich bleibe auch in der Zwischenzeit erwachsen.

Also was haben manche von euch lieben Therapeuten für ein Gescheiß (entschuldigt den Außdruck!) mit der ewigen Angst die Regression zu fördern, wenn die Innenleute sichtbar werden dürfen!? Entspannt euch!
Mit Offenheit könnt ihr nur Entwicklung nach vorne möglich machen.

22 Kommentare zu “Regression bei DIS

  1. Ja, diese Unterscheidung finde ich sehr wichtig, denn die Bezichtigung, dass man regrediert (was ja für die meisten Theras ein Angstthema ist) ist ja eine Beurteilung, die dem Ganzen ein ganz anderes Geschehen unterstellt, als wenn man mit Innenkindern zu tun hat.

  2. Liebe Sofie
    Ich bin ….ich finde gar keine passenden Worte…
    Danke für dein Schreiben!!
    Wirklich.

    Was du schreibst….
    Lässt mich erahnen dass ich vielleicht doch nicht so „verrückt“ bin…..
    Ich zweifle allerdings immernoch stark an mir…und „meinen“(unseren?) Diagnosen.
    Auch der Ärztin/den Psychologinnen
    trau ich nicht ganz…ob die wirklich soviel „wissen“ wie sie sagen..

    Darf ich dich was fragen.?
    Du schreibst von den innenleuten.
    Mir hat be Therapeutin erzählt,dass die innenkinder zbsp. auch grösser werden….auch erwachsen werden
    Aber dieser Gedanke oder vielleicht auch Tatsache ist mir sowas fremd.

    Wie siehst/sehr ihr das?

    Liebe FrühlingsVogelgezwitscherGrüsse an dich 🐥

    • tolles Thema… Liebe Sofie, vielleicht mal für einen eigenen Beitrag und deine/eure Erfahrungen udn die aller Lesenden… Stichwort: Entwicklung… bleiben „sie“ oder „verschwinden“ sie… oder entwickeln sie sich? Bekommen mehr Gegenwartsbezug… doch was heißt das?…

    • Hallo ihr Lieben,
      verrückt bist du ganz bestimmt nicht!

      Beim Lesen deines Kommentares musste ich grade über mich selbst schmunzeln, weil ich mich so an meine „ersten Jahre“ mit der DIS-Diagnose erinnert habe.
      Meine Therapeutin, so sehr ich sie schätzte, hätte sich ja vielleicht doch einfach mal irren können. Dann habe ich mir einen Termin bei einer namhaften Psychologin in diesem Bereich gemacht, um die Diagnostik zu überprüfen. Ich bin da hin und habe nur erzählt, dass es mir nicht gut geht und ich Ängste habe. Sowohl meine Innenwelt, als auch meine Traumageschichte habe ich bewusst verschwiegen. Der Plan war ein „Neuanfang“. Trotzdem war für die Therapeutin nach den ersten Terminen wieder die DIS-Diagnose klar. Das hatte also nicht geklappt. 😉 Aber auch die zweite Therapeutin konnte sich theoretisch ja geirrt haben. Mittlerweile haben mehrere völlig unabhängige Psychotherapeuten und Ärzte die Diagnose bestätigt und eine Klinik. Irgendwann war der Punkt da, an dem ich mich darauf eingelassen habe, weil ich ja bei aller verzweifelter Abwehr irgendwo doch wusste, dass sie recht hatten. Ich hab die Innens ja auch vorher schon gespürt.

      Klar, darfst du fragen. 🙂
      Also theoretisch geht das, dass Innenpersonen älter werden können. Praktisch weiß ich nicht, wovon das wirklich abhängt. Einerseits spielt da mit Sicherheit rein, wie viel die Personen vom aktuellen Außen mitbekommen. Andererseits gibt es in meinem Innen Kinder, die seit Jahren täglich viel vom Außen miterleben und dennoch bleiben sie Kinder. 🤷‍♀️

      Liebe Grüße,
      Sofie 🙂

  3. Ja, ein so wichtiger Beitrag! So oft habe ich Vorwürfe in Therapien bekommen, ich würde regredieren. Und ich konnte damit nichts anfangen, weil es kein „Zurückfallen“ sondern ein „dasein“ von Kleinen war. Irgendwann haben sich die Kleinen gar nicht mehr in Therapien gezeigt. Und so richtig hervorgekommen (auch mit meinem Verständnis, dass sie da sind), sind sie erst bei Frau Wunder. Weil die keine Angst vor ihnen hat und sie willkommen heißt.

  4. Jaaaa. Genau. Ganz meine Meinung. Diese Regressionsdiskussion nervt. Und auch dieses dämliche Argument, man wolle die Spaltung nicht unterstützen, wenn man zB mit Innies redet oder das wir genau deswegen nicht mehr wir sagen dürfen in der Therapie. Schließlich geht es ja um System-Verantwortung. Hagrr.
    Ich argumentiere immer damit, ob schon jemals durch ignorieren etwas besser geworden ist?
    Gsd ist meine Thera so nicht drauf. Aber ich habe viele davon kennengelernt und sogar gute Kliniken arbeiten jetzt so und sind daher (für mich) nicht mehr gut.
    Liebe Grüße

    • Gut, dass du eine Thera hast, die in dieser Hinsicht offen ist. Für mich kann Spaltung durch empathischen Kontakt mit Innenperson nicht größer gemacht werden. Sichtbar, aber nicht größer. Das mit dem nicht „Wir“ sagen dürfen find ich einen echten Hammer. Wir verbieten doch den „Unos“ auch nicht „Ich“ zu sagen, nur weil das nicht in unser Konzept passt. Unglaublich…

      Liebe Grüße,
      Sofie

      • Ja unsere Thera ist wirklich gut. Keine Schubladen. Stattdessen Offenheit und Kreativität. Bereit Dinge auszuprobieren und einfach Mensch! Mensch, fühlbar, sie selbst. Das ist wertvoll. Ich kann auch mit Therapeuten nichts anfangen, die komplett hinter ihrer sicheren therapeutischen Mauer verschwinden.
        Ja, sichtbarer, das ist richtig. Und oft notwendig. Es hilft einfach nicht, die erwachsenen die sogenannten ANP‘s zu therapieren und davon auszugehen, damit löst sich alles. Das ist typisches von der Tapete bis zur Wand denken.
        Liebe Grüße

  5. Liebe Sofie

    Danke dir vielmals für deine Rückmeldung!

    Weisst du,danke dass du dir Zeit nimmst und das du (ihr) so viele bewegende,berührende,bereichernde Texte schreibst (schreiben).
    Mir scheint du weisst so viel und es ist echt und nicht aus einem Lehrbuch oder aus den „scheinbaren“ „Erfahrungen“ der Therapeuten.

    Ich habe so viele Fragen und Unsicherheiten aber es ist wirklich schwierig eine Therapeutin zu finden die auch „gut“ und „mit Herz“ ausgebildet/erfahren ist.und die nicht Kilometerweit weg ist oder unzuverlässig wenig vertrauenswürdig oder überlaufen…
    Okay vielleicht habe ich „zu hohe Ansprüche“.

    Ich wünsche dir/euch einen sonnigen Frühlingstag

    Liebe Grüsse
    😊

    • Hallo ihr, 🙂
      nichts zu danken!

      Was ihr uns zurückmeldet, berührt uns sehr! Wir freuen uns, wenn es dir/euch hilft. In der Regel versuchen wir hier unsere eigenen Erfahrungen festzuhalten. Das macht die Eindrücke vielleicht manchmal subjektiv, aber es ist uns wichtig, dass sie für uns „echt“ bzw. authentisch sind. Umso schöner finden wir es, von dir zu lesen, dass das auch bei dir so ankommt. Vielen Dank für das große Lob!

      Du darfst hier oder per Mail gerne fragen. Die Antworten auf Mails dauern nur oft etwas länger.

      Zu hohe Ansprüche hast du mit Sicherheit nicht. Ich bin dafür für sich selbst das Perfekt genau zu kennen und auch danach zu suchen. Wenn etwas letztlich nicht erfüllt ist, kann man sich immer noch überlegen, wo und ob man Kompromisse macht.

      Ganz herzliche Grüße,
      Sofie und die bunten Schmetterlinge 🦋☀️

  6. Mrs.tingley . Hallo und danke. – für: Irgendwann haben sich die kleinen gar nicht mehr in therapien gezeigt. . . .und so richtig hervorgekommen sind sie erst bei Frau Wunder. Ja, sie sind wirklich ein Wunder, die Kleinen in uns – selbst die, die man, erstmal, nicht so recht haben will, weil sie soo gut gelernt haben, wie man auf andere richtig abweisend wirkt, weil es die einzige Möglichkeit scheint, das fragile im innen vor dem Kollaps zu bewahren. Aber ich schweife ab. Was ich eigentlich teilen wollte, war das:

    Es ist immer wieder heilsam, ein Stück der eigenen Geschichte in dem wiederzufinden, was ich bei anderen lese. Nur daß es bei uns so war, daß innenkinder sich überhaupt erst in der therapie -auch für mich erlebbar – gezeigt haben. UnsereTherapeutin war damals ebenfalls die „Frau Wunder“ in unserem Leben, bei der innenkinder willkommen waren, und diese ihrerseits, sie dankbar liebend und einem Den-nächsten-Termin-kaum-abwarten-können-Gefühl jede Woche auf’s neue der Therapiestunde entgegenfieberten. Über ein Jahr lang fühlten wir uns in der Therapie willkommen, geborgen und gut aufgehoben, wurden stabiler, mutiger. Dann hat sich bei uns wohl irgendwann ein destruktiver Anteil erst beobachtend im Hintergrund eingeklinkt, was das ×ich× so da noch nicht erkennen konnte, hat immer wieder – die Therapeutin testend – für mich seltsame, nach außen
    aber eher unauffällige Interaktionen ( die ich allerdings ganz arglos zunächsteinmal mir selbst zurechnet habe ) eingestreut, sodass innerhalb eines dreiviertel Jahres der weiteren Therapie unser seit einem Jahr bestehendes Vertrauensverhältnis zur Therapeutin in komplettes Misstrauen umgeschlagen ist. Aus meiner Sicht heute hat mein destruktiver Anteil da ganze Arbeit geleistet, zugleich sehe ich heute aber auch den Anteil meiner Therapeutin am jetzigen Desaster, dass sie das destruktive zum einen nicht oder nicht rechtzeitig geschnallt hat, und zum anderen auf unseren sukzessiven Rückzug aus dem Kontakt, ihrerseits aus dem Kontakt mit den Kindern im
    Innen gegangen ist. So jedenfalls wurde das hier damals schmerzhaft empfunden. Und an der Stelle beziehe ich mich in aller Zerrissenheit
    auf deinen letzten Satz: Denn ich/wir haben die Therapeutin als beides erlebt: als „Frau Wunder“, bei der man in der inneren Spaltung angenommen wurde und die davor offensichtlich keine Angst hatte und eine, die Angst davor zu haben schien, dass Kinder sich (weiter) zeigten. So richtig kapieren wir das immer noch nicht, aber wir haben uns mühsam eine neue Distanz zu Ihr im innen erarbeitet, damit wir dennoch Erfahrenes( sowohl das als positiv als auch das als negativ empfundene) in Erfahrung umwandeln bzw. integrieren können in den noch verbleibenden therapiestunden, weil wir auch dafür sie als Gegenüber brauchen(beispielsweise um zu betrauern, was in der therapie eben doch nicht ging – man könnte auch sagen, das ich versuche meine Innens still da abzuholen, wo sie emotional noch festhängen, und das ist eben dort vor Ort in der Therapie). Ein wie auch immer gearteter Abbruch der Therapie wäre gefühlt einer totalen vernichtung einiger Innens gleichgekommen. Also bleib ich dran. Zuversichtliche Grüsse an euch, wie auch immer es euch jetzt geht.

    Kinder dürfen dasein !
    👩‍👧 🤸‍♀️🧚‍♂️🤪

    💫 die Jonge, Jugendliche hier 😎💫

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