Frühere Schwangerschaft nachweisen

Wir haben uns heute dazu entschlossen zu diesem schwierigen Thema einen Beitrag zu schreiben. Über längere Zeit haben wir uns intensiv damit beschäftigt, ob sich eine Schwangerschaft im Jugendalter als erwachsene Frau noch nachweisen lässt. Unsere Ergebnisse wollen wir hier mit euch teilen, auch weil wir bei der Recherche festgestellt haben, dass Google dazu praktisch nichts an Informationen ausspuckt. Das hätte uns aber sehr geholfen und einiges erleichtert.

Zunächst kurz zum Sachverhalt: In unserem Fall wäre es darum gegangen stattgefundene Schwangerschaften und Geburten im jugendlichen Alter zu belegen. Dabei wurde die Geburt zum Teil bereits vorzeitig im fünften Monat eingeleitet. Die Ereignisse liegen inzwischen deutlich mehr als 10 Jahre zurück. Als Erwachsene haben wir bislang keine weiteren gewollten Kinder zur Welt gebracht.

Unsere Ansprechpartner bei der Recherche waren zwei unabhängig voneinander befragte Gynäkologinnen und eine rechtsmedizinische Abteilung. Besonders der Rechtsmediziner half uns sehr empathisch dabei diese Frage für uns zu klären. Wir fühlten uns dort sehr gut aufgehoben. Er hielt Rücksprache mit anderen Kollegen und versuchte möglichst umfangreiche Informationen zusammenzutragen. Er gab offen zu, dass das eine Thematik sei, mit der sie insgesamt sehr selten bis überhaupt nicht zu tun hätten. Sein Fachgebiet Ziele eher auf die Erfassung aktueller Verletzungsmuster oder Erkrankungen im Zusammenhang mit Straftaten ab. Abgesehen von unserer Frage haben wir im Kontakt den Eindruck gewonnen, dass wir uns durchaus an eine Opferschutzambulanz wenden trauen würden, wenn wir einen aktuellen Übergriff erlebt hätten. Vom Empfang bis zum Arzt behandelte man uns so freundlich und einfühlsam, dass wir das als positive Erfahrung mitnehmen.

Die Quintessenz aller medizinischen Antworten lief letztlich auf’s gleiche raus. Nein, man kann eine weiter zurückliegende Schwangerschaft nicht mehr nachweisen. Das gilt selbst dann, wenn ein vollständig entwickeltes Kind auf natürlichem Weg ausgetragen worden ist.

Alle Ärzte waren sich darüber einig, dass sich die weiblichen Organe nach einer Geburt wieder vollständig zurückbilden können und das in der Regel wohl auch tun. Der Körper ist dann für die nächste Schwangerschaft wieder vollkommen hergestellt. Für den Gynäkologen bleiben keine eindeutigen Anzeichen einer früheren Schwangerschaft mehr bestehen. Eine Ausnahme könnten größere Verletzungen bei der Geburt darstellen, weil dann unter Umständen Narbengewebe sichtbar wäre. Immer wieder wurden wir nach alten Akten rund um die Schwangerschaft gefragt, weil sich daraus eventuell Rückschlüsse ziehen lassen. In unserem Fall existieren diese natürlich nicht. Ohne ist es praktisch ausgeschlossen die Geburten im Nachhinein nachzuweisen. Das Gewebe im Scheidenbereich ist grade in jungen Jahren extrem regenerationsfähig, so dass Verletzungen auch folgenlos abheilen können. Nach medizinischem Standard müssten nach einer Fehlgeburt wohl Gewebeproben entnommen werden, die relativ lange aufbewahrt werden. Sofern diese in einer medizinischen Einrichtung existieren, könnte der Nachweis der ungewollten Schwangerschaft/Täterschaft eventuell noch darüber geführt werden. Auch das scheidet für uns leider aus, weil die Fehlgeburt nicht in einem normalen Krankenhaus stattfand.

Insgesamt fanden wir all diese Aussagen sehr ernüchternd. Wir hatten die Hoffnung, dass sich zumindest eine Geburt noch nachweisen liese und wir damit greifbare Fakten schaffen könnten. Dabei ging es uns derzeit keineswegs um die Beweissicherung für eine Anzeige, sondern rein um unsere persönliche Auseinandersetzung mit unserer Geschichte. Uns ist auch klar, dass wir selbst mit dem Nachweis einer Schwangerschaft immer noch nichts von den Umständen bewiesen hätten. Schade finden wir es trotzdem. Es wäre zumindest ein Triumph gegen die Verwirrung und Verunsicherung der eigenen Wahrnehmung durch die Täter gewesen.

Sofern ihr den Beitrag ergänzen wollt oder selbst Auskünfte von eueren Ärzten zum Thema erhalten habt, freuen wir uns über den Austausch.

42 Kommentare zu “Frühere Schwangerschaft nachweisen

  1. Gibt es jemanden, der sich klar an Details erinnert? Dann braucht ihr keinen medizinischen Beweis. Solche Erinnerungen sind allerdings extrem schwer auszuhalten, wenn man die Gefühle dazu mit zulässt.❤️

  2. Wir haben das nur mit Hilfe geschafft. Fachleute konnten das eher glauben, als wir selber. Unsere Psychiaterin hat uns einen Klinikaufenthalt zu einem befreundeten Kollegen vermittelt. Danach hat es trotzdem noch gedauert.

      • Aber verbleiben nicht lebenslang Zellen des Kindes im Blutkreislauf der Mutter…?!?

        Liebe Sofie – wir wissen wie schwer es ist, mit diesen dunklen Flecken auf der Landkarte zu leben, auch wenn man dort lieber wahre Fakten sehen würde.

        Viele liebe Grüße aus der Himbeersplitterei

      • Davon wüsste ich nichts. Die müsste das Immunsystem ja direkt angreifen und eliminieren, weil sie fremd sind. Mutter und Kind haben einen getrennten Blutkreislauf. Dafür sorgt die Plazentaschranke. Bei der Geburt kann es zwar kurzfristig zu Vermischungen kommen, allerdings bleiben meines Wissens nach die Zellen nicht dauerhaft im Körper.

        Liebe Grüße,
        Sofie

  3. Danke. Von Herzen danke für diesen Beitrag. Ich würden den gerne Rebloggen, wenn es für euch okay ist.

    Auch wir kämpfen mit diesem Thema. Auch wir haben bereits „Nachforschungen“ angestellt. Als einen Beweis von Außen, einen Beweis dafür, dass man sich nicht alles nur einbildet, einredet….
    Unsere Ex-Gynäkologin war der Ansicht, man würde IMMER etwas sehen – nein besser SIE würde das IMMER sehen, (Selbstüberschätzung?) weil der Muttermund dann eine andere Form annimmt und sich nach ihren Aussagen nie wieder komplett zurückbildet. Aber wir haben im Internet andere Ärzte befragt und auch eine zweite Gynäkologin. Diese kamen zum selben Schluss, wie eure Befragten.
    Der Körper einer Frau ist durchaus in der Lage, sich komplett zu regenerieren. Je länger das Ereignis zurück liegt und je früher die „Geburt“ war und je jünger die „Frau“ war umso wahrscheinlicher, dass der Körper sich komplett zurückbildet.

    Unsere Erklärung ist auch, dass diejenigen, die junge Mädchen zu so etwas zwingen, wissen was sie tun und damit auch größere Verletzungen, sichtbare, meistens verhindern können.
    Das zu wissen, hilft wenig gegen die Zweifel aber es ist gut es zu wissen.

    Ich danke euch für diesen Beitrag, ich danke euch, dafür, dass ihr den Mut habt, dies mit uns zu teilen.
    Das Bedürfnis auch nur einen Fakt in der Hand zu haben, wäre bei uns auch immens groß. Einen Hinweis, etwas, das noch heute greifbar wäre.
    Wie mutig von euch diesen Schritt zu gehen und wie unfassbar schön, dass ihr an dieser Stelle so gut aufgehoben wart.
    Danke, dass wir das nun aus zweiter Hand – wegen eurem MUT- lesen dürfen.
    Ihr seid ganz ganz GROSS!

    Von Herzen. M.

    • Liebe Lunis,
      das dürft ihr gerne teilen! 😊

      Vielen Dank auch für euere Offenheit. Das bestätigt unsere Ergebnisse auch nochmal. Die Tendenz scheint ja ganz klar dahin zu gehen, dass es nicht nachweisbar ist. Ich gehe mal davon aus, dass spätestens die Rechtsmedizin dazu eine andere Aussage hätte treffen können, wenn es wirklich eindeutige Nachweise gäbe.

      Wir sind grade sehr berührt davon, dass ihr euch auch so damit auseinandersetzt. Das ist so ein schwieriges Thema und der Schmerz ist riesig. Es bleibt für die Verarbeitung wohl nur die innere Gewissheit. Ich hätte euch und uns sehr gewünscht, dass wir medizinisch noch andere Möglichkeiten gehabt hätten.

      Ganz herzliche Grüße und viel Kraft!
      Sofie

  4. Liebe Sofie, das ist ziemlich genau unser Thema gerade und wir haben damit genauso zu kämpfen. Wir haben unsere Frauenärztin gefragt, die genau das gleich gesagt hat. Kann man leider nicht nachweisen. Wir hätten, genau wie ihr, das sehr gerne so als Beweis gehabt, greifbar, plastisch irgendwie und nicht nur im Kopf. Wir hängen da auch gerade drin, vor allem was vor der Geburt war, wie es mit der Geburt gelaufen ist, das danach etc.
    Das tut uns sehr Leid, dass das auch zu eurer Geschichte gehört. Wir haben uns ein Armband machen lassen mit den Namen der Kinder. So sind sie offensichtlich und auch offensichtlich ein Teil von uns. Wir haben das als hilfreich und wohltuend empfunden. Falls ihr euch gerne mehr austauschen möchtet darüber dann vielleicht per Mail (??).
    Liebe Grüße
    Lisa

  5. Ich ergänze die Sichtweise unserer Gynäkologin: Eine vollausgetragene Schwangerschaft im Jugendalter sei üblicherweise später schon nachzuweisen, eine früh abgebrochene (ca. in den ersten drei Monaten) nicht.

  6. Liebe Sophie,
    danke für diesen Beitrag, denn das ist leider auch unser Thema. Gehört haben wir das auch schon mal so, das man es nicht nachweisen kann. Was die Zweifel nicht gerade weniger werden lässt.
    Danke für deine Recherchen

    • Hallo Seelen Splitter,
      für uns ist es derzeit letztlich so, dass die Aussagen die Zweifel zumindest auch nicht bestätigen. Wir versuchen das Thema nun einfach vorerst mit uns selbst abzumachen. Verarbeiten müssen wir es ja so oder so irgendwie. Die Gefühle interessieren sich ohnehin nicht für Wissenschaft, sondern sind einfach.

      Wir wünschen euch für euren Weg alles Gute und starke Nerven!

  7. Liebe Sofie, meines Wissens nach schließt sich der Muttermund nach einer vaginal entbundenen Schwangerschaft nicht mehr 100%. Das ist auch der Grund wieso z.B. einer Frau, die ein Kind geboren hat, eine Spirale eingesetzt werden kann ohne Narkose. Vielleicht möchte sich keiner der Ärzte da rechtlich aufs Glatteis führen lassen, aber ein*e erfahrene*r Gynäkologe*in kann das bestimmt sehen.
    Liebe Grüße
    Carolin

    • Hallo Carolin,
      danke für die Rückmeldung!
      Das scheint nicht zwingend so zu sein. Den Zustand des Muttermundes haben wir mit den Ärzten hinterfragt. Der kann sich wohl auch vollständig zurückbilden und keine deutlich sichtbaren Veränderungen aufweisen. Wie so oft, gilt offenbar auch hier, dass jeder Organismus anders ist. Ich glaube in unserem Fall eigentlich nicht, dass rechtliche Bedenken der Ärzte zu diesen Aussagen geführt haben. Die medizinischen Erklärungen erschienen mir recht plausibel.

      Ich werde aber auf jeden Fall weiter offen für anderweitige Infos bleiben. Vielleicht höre ich ja in Zukunft noch von eindeutigen Nachweisen von anderen Medizinern.

      Liebe Grüße,
      Sofie

      • wir haben diesbezüglich auch unterschiedliche Aussagen bekommen, auch von einer Gynäkologin und von einer Hebamme. Die einen meinen, der Muttermund zieht sich nie ganz auf die ursprüngliche Größe zurück, die anderen meinen, es ist möglich dass es vollkommen „unsichtbar“ bleibt…

      • Irgendwie wundert es mich ja schon, dass da kein Arzt eindeutigere Aussagen treffen kann. Mit dem Kinder kriegen müssten Frauenärzte doch massig Erfahrung haben. Es braucht ja keine Kenntnisse um rituelle Gewalt, wenn es um diesen Nachweis geht. Ich hatte eigentlich sehr gehofft, dass es diesbezüglich genug äußerliche Vergleichswerte in der Frauenarztpraxis gibt.

      • Meine Therapeutin riet mir davon ab, meine Gynäkologin zu fragen. Sie meinte, es gäbe Untersuchungen, also Forschung, wo Frauen, die wussten, wann und ob überhaupt sie Kinder bekamen oder angetrieben haben, zu verschiedenen Frauenärzten „geschickt“ wurden, also bewusst als Testpersonen und die Aussagen der Ärzte über ob Schwangerschaft ja oder nein etc wären sehr sehr unterschiedlich ausgefallen, obwohl ja immer die gleiche Person sich untersuchen lassen hat… Also Fazit: je nachdem bei welchem Arzt, welcher Ärztin du landest, bekommst du ein Ergebnis, eine Antwort genannt. Wärest du beim anderen Arzt, könnte die Antwort anders ausfallen… Und sie meinte auch, was für sie gegen ein „abchecken“ durch Gynäkologin spreche, was dann mit der Antwort tun? Wäre die Antwort „ja“, also den Erinnerungen nah, müsste man sich dennoch mit den Gefühlen etc auseinander setzen. Wäre die Antwort „nein“, müsstest du dich mit dem Widerspruch zwischen der Aussage einer Ärztin und deinen eigenen Empfindungen auseinander setzen… Welchen Mehrwert soll eine Untersuchung diesbezüglich also haben? Mir leuchtete das total ein… Es geht ums Integrieren und sich auseinander setzen mit dem, was an Gefühlen und Bildern da ist, den eigenen Erinnerungen… Neu war für mich jetzt dein Gedanke, dass es als „Beweis“ dienen könnte. Das hatte ich in meiner Auseinandersetzung damit nicht als Fokus. LG

      • Hallo Lia-Lani,
        danke für deine Rückmeldung! Da sind tatsächlich umgekehrt auch einige Dinge aufgegriffen, die ich so vorher eher weniger im Fokus hatte. Insofern hilft mir euer Kommentar da nochmal genauer hinzusehen. Dass es den Versuch mit Müttern schon gab, wusste ich gar nicht. Das bestätigt im Grunde nochmal die Aussage, dass man nichts sieht, auch wenn manche denken man könnte etwas sehen.

        Wir hoffen ihr findet den richtigen Weg für euere Auseinandersetzung. Erzwungene Mutterschaft öffnet nochmal eine andere Dimension im ohnehin unaushaltbaren Grauen.

        Liebe Grüße und viel Kraft!
        Sofie

  8. Liebe Sophie,
    vielen Dank für diesen Beitrag und die vorangegangenen Recherchen, die bestimmt nicht leicht waren.
    Wir haben diese Frage auch schon gestellt für ausgetragene Kinder, und ebenfalls die Info erhalten, dass das nicht möglich sei, solange keine gravierenden Komplikationen, welche Narben hinterlassen vorkamen.
    Es scheint als gäbe es keine andere Möglichkeit als sich ganz auf die eigenen Erinnerungen zu verlassen.
    Wir wünschen euch in diesem Thema eine gewisse Ruhe zu finden 🌺
    Liebe Grüße

    • Hallo Federspiel,
      lieben Dank für deine Rückmeldung! 😊
      Die Auseinandersetzung finden wir insgesamt recht schwer. Dennoch sind wir ganz froh uns letztlich diese medizinischen Meinungen von verschiedenen Stellen eingeholt zu haben. Zumindest wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt, dass man über zurückliegende Schwangerschaften im Grunde nichts hundertprozentig aussagen kann.

      Wir danken euch für die Einblicke in eure Auseinandersetzung mit dem Thema. So wie es aussieht bleibt tatsächlich nur die Erinnerung als Anhaltspunkt.

      Wir wünschen euch innere Gewissheit, wie auch immer sie letztlich aussehen mag und eine gute Aufarbeitung der Thematik!

      Liebe Grüße,
      Sofie

  9. Liebe Sophie und Schmetterlinge, ich kann mir wohl nur vage vorstellen, wie wichtig es wäre, einen handfesten Beweis für das Erlebte in Händen zu halten.

    Nun fällt mir bei den Aussagen der Fachleute auf, dass sie sagen, es „kann“ sich alles vollständig regenerieren. Für mich bedeutet dies in erster Linie, dass eine vollständige Regeneration kein Beweis dafür ist, dass keine Schwangerschaft bestanden hat. Das heißt nach meinem Verständnis aber auch, daß durchaus auch Anzeichen für eine vergangene Schwangerschaft zurückbleiben können, die wiederum durchaus ein Beweis wären – so, wie ein leicht geweiteter Muttermund, der dann u. A. Das Einsetzen einer größeren Spirale ermöglicht und erfordert.

    Vielleicht lohnt es sich, das nochmal in der Form zu hinterfragen?

    Alles Liebe!

  10. DANKE!!! Dass ihr die Recherchen so intensiv und mutig betrieben habt und vor allem dass ihr das hier teilt. Wir haben uns vor einigen Jahren auch viel damit beschäftigt (weil nach einer (nur äußerlichen) Ultraschalluntersuchung des Unterleibs alles so „normal“ war, dass wir wieder Zweifel an jeglichen Erinnerungen bekamen). Es kamen unterschiedliche Antworten. Wir kamen aber nie auf die Idee, Rechtsmediziner zu fragen. Irgendwie hilft es uns grad auch total, dass sich auch andere mit dieser Frage beschäftigen, auch wenn man sich hier durch die Kommentare liest, scheint man ja nicht allein zu sein… Wir dachten damals, wir sind irgendwie total schräg dass wie diese Gewissheit gerne hätten. An den Erinnerungen gibt es momentan keine Zweifel mehr, aber der Wunsch dass es irgendeinen Nachweis gäbe, ist auch noch da. Habt ihr zufällig auch gefragt, ob späte Abtr* auch folgenlos bleiben können, also sich die Gebärmutter/-schleimhaut da völlig narbenlos rückbilden kann? Das war auch so eine Frage wo wir unterschiedliche Aussagen bekamen.

    • Ich bin ganz gerührt wie viele Mitleserinnen sich mit der Thematik selbst schon auseinandergesetzt haben und dass sie das hier mit uns teilen mögen.

      Wir finden es schön, dass ihr euere Gewissheit letztlich auch ohne die ärztliche Bestätigung gefunden habt, auch wenn die Gefühle dazu sicherlich schwer sind.

      Nach Abtreibungen haben wir nicht speziell gefragt. Ich fürchte aber, dass da ähnliches gilt. Wenn aus anderen Gründen Ausschabungen etwa wegen einer Fehlgeburt stattfinden müssen scheint man ja auch nichts mehr zu sehen. Ich weiß es aber nicht. In dem Fall würde es sicher Sinn machen gesondert nachzufragen. Ich weiß von einer Betroffenen, bei der man die Schwangerschaft nachweisen konnte. Allerdings wurden bei ihr aus Zufall bei einer anderen Untersuchung Kaiserschnittnarben gefunden.

      Liebe Grüße,
      Sofie

  11. Danke für den Beitrag.
    Wir haben vor Jahren auch mal recherchiert, allerdings zu dem Zeitpunkt eher aus der Angst heraus, dass die Gynäkologin etwas sehen könnte, denn wir waren da noch ziemlich am Anfang des Ausstiegs und wollten auf keinen Fall auf sowas angesprochen werden. Zudem hatten wir immer echt große Sorge, dass dadurch ein Strafverfahren in Gang kommen könnte. Weiß jemand ob das passieren kann?
    Wir haben zu der Nachweisbarkeit sehr widersprüchliche Infos bekommen und deshalb auch keine Untersuchung gemacht. Von einigen Ärzten bekamen wir die Info, dass es nachweisbar sei, wenn man ein Kind geboren hat, von anderen, dass es nicht zwangsläufig nachweisbar sei und das von mehreren Umständen abhinge.
    Ich kann mich auch als Alltagsperson an einige Dinge erinnern, die darauf hindeuten, dass ich schwanger war, aber das möchte ich hier lieber nicht so öffentlich schreiben. Es hilft aber etwas dabei sich zu glauben.
    Ich habe auch eine ganze Weile Armbänder mit den Namen getragen, aber einige von uns hat das sehr belastet und so haben wir ein schönes Schmuckkästchen gekauft und in der Therapie die Armbänder abgenommen, sehr viel geweint und darüber gesprochen und bewahren die Armbänder nun in diesem Kästchen auf, damit wir nicht jeden Tag damit konfrontiert sind und uns quälen.

    • Hallo ihr Lieben,
      vor der Polizei müsstet ihr da keine Angst haben, denke ich. Ich habe die erste Anfrage in der Rechtsmedizin auch anonym gestellt und bei dem Arzt dort nachgehakt, ob mir in dieser Hinsicht etwas drohen könnte, wenn ich meine Daten Preis gebe. Seine Antwort war ganz klar Nein, weil er als Mediziner unter Schweigepflicht steht und von sich aus gar nicht an die Polizei herantreten darf. Problematisch wäre es vielleicht, wenn es um aktuell andauernde Gefährdungen geht (weiß ich aber nicht). Aber das ist ja bei dem Thema nicht der Fall.

      Wir finden das mit dem Kettchen wirklich schön und auch sehr mutig. Ich kann mir gut vorstellen, dass das im Alltag immer wieder mit schwierigen Emotionen in Kontakt bringt. Umso besser, dass die Idee mit dem Kästchen gut funktioniert.

      Ich glaube nicht, dass man bei einer normalen Untersuchung darauf angesprochen würde. Sofern man bei der Frauenärztin nicht gezielt nachfragt ist die Chance eher gering, würde ich denken. Zumindest ging es mir schon mit mehreren Dingen so, dass sie jeweils erst Thematisiert wurden, wenn ich danach gefragt habe.

      Liebe Grüße,
      Sofie

      • Liebe Sofie,

        vielen Dank für die Erklärung bzgl. der Polizei, das beruhigt uns etwas.
        Auch dass man bei einer normalen Untersuchung eher nicht darauf angesprochen würde, nimmt uns ein wenig die Angst vor der Untersuchung.
        Danke, dass du deine Erfahrungen diesbezüglich mit uns geteilt hast.
        Eigentlich hatte ich noch viel mehr geschrieben, aber anscheinend ist es gerade nicht gut für uns mehr dazu zu schreiben und deshalb bleibt es einfach bei einem herzlichen Dankeschön, ich hoffe das ist okay 😉

        Liebe Grüße
        Bunte Sterne

      • Liebe Bunte Sterne,
        das is vollkommen ok. Schreibt einfach so, wie es für euch am Besten ist! 😊

        Es freut uns, wenn wir euch zumindest ein bisschen entlasten konnten. Ich glaube, dass man in der Beziehung relativ beruhigt in eine routinemäßige Untersuchung gehen kann. Unsere Erfahrung ist da eher, dass immer sehr selektiv nach dem geschaut wird, was man auch anspricht. Da müssten sonst schon größere Verletzungen direkt ins Auge springen. Ansonsten blieb zumindest bei uns bislang vieles einfach unkommentiert, bis wir darauf von selbst zu sprechen kamen.

        Liebe Grüße,
        Sofie

  12. Leider kann man hier auf manchen Beitrag nicht direkt antworten z.b. auf den von Lia Lani vom 26.02.,die uns sehr ansprach. Wir haben uns auch länger mit der Frage der Nachweisbarkeit früherer (erzwungener) Schwangerschaft auseinander gesetzt.
    Eure Gedanken dazu, dass man sich egal wie die Antwort des Gynäkologen ausfällt, auf die eine oder andere Art auseinandersetzen muss trifft da auf unsere Sicht dass jede ihren ‚eigenen Frieden‘ mit dem Thema schließen muss. Um den Schritt kommen wir alle nicht herum.

    • Das sollte eigentlich schon möglich sein…Die Logik der Technik begreife ich grade mal wieder nicht. 😬

      Ich hoffe dass es irgendwann jedem für sich geleint mit dem Thema an einen guten Punkt zu kommen.

      Liebe Grüße,
      Sofie

  13. Eigentlich dachte ich, „ich les das gar nicht“, weil allein ein Blick in Richtung dieses Themas uns gern mal völlig auseinaderbröselt. Es scheint aber etwas anderes zu sein, wenn jemand einfach mit ähnlichen Themen beschäftigt ist aus ähnlichen Gründen.
    Hier waren mal „Erinnerungen“ dazu- und sie sind wieder „weg“.
    Geblieben sind Zweifel, der Ausschluss aus unserem Leben von Freunden und Bekannten, sobald diese Familien gründen, ein großes Loch und viel Verwirrung. Alles drumherum ist zumeist auf „taub“ gestellt.
    Dabei hatten wir ihm, dem „Soklein“ schon mal einen Namen gegeben und wollten ihn zu uns gehören lassen. Es ist ein weiteres Schlechtgewissensding, dass das nicht so recht gelingen mag.

    • Hallo Löwenzähne,
      wir hoffen es war dennoch haltbar es gelesen zu haben!

      Manchmal tauchen Erinnerungen hier auch wieder ab und sind dann zumindest emotional nicht mehr wirklich greifbar, bis sie irgendwann wieder hochkommen. Ich glaube das gehört einfach zum Prozess.

      Uns hat der Name „Soklein“ richtig berührt, als wir das gelesen haben. Wir finden das eine ganz wundervolle und herzliche Namensgebung für euer kleines Menschlein. Wir kennen den Impuls gut sich von Kindern fern zu halten. Manchmal tut das einfach zu weh, auch wenn man die eigene Geschichte dahinter noch kaum begreift.

      Liebe Grüße,
      Sofie

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